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05.07.2011

Musikverein Dillweißenstein feiert 125-jähriges Bestehen

Das Festbankett zum 125-jährigen Bestehen des Musikvereins Dillweißenstein findet am Samstag um 19 Uhr in der Bruder-Klaus-Begegnungsstätte statt. Gunther Krichbaum, Kreisverbandsvorsitzender des Blasmusik-Kreisverbandes Pforzheim-Enzkreis, der sich noch gut an seine Blockflötenzeit erinnert, spricht ein Grußwort. Auch der Schirmherr der Veranstaltung, Oberbürgermeister Gert Hager, wird sprechen.

Die Jugend-kapelle unter Leitung von Diana Glasstetter nutzt das Fest als Plattform. Es wird zahlreiche Ehrungen verdienter Mitglieder geben. Zum Tanz spielt das Five-Brass-Quintett aus Karlsruhe.

Wimpel, Pokale, Chroniken, alte Bilder und ein Holzschild mit der Aufschrift „MV Dillweißenstein“ zieren einen Glasschrank, zu dem Oliver Hiller, der Vorsitzende des Musikvereins Dillweißenstein den Schlüssel hat. In dieser Vereins-Schatztruhe, im gelben Gebäude unterhalb der Ottersteinschule, wird Geschichte lebendig. Jeder Gegenstand erzählt etwas aus der 125-jährigen Chronik des Traditionsvereins. Auch Schriftführer Sven Seibert hat Schlüsselgewalt über diesem phantastischen Zeitreiseschrank, der Anekdoten lebendig werden lässt. Hier, wo jeden Montag von 17 bis 18 Uhr das Jugendorchester probt und von 19.45 bis 22 Uhr die Mannen des Blasorchesters, bekommt die Phantasie Flügel. Und dann stellen sich die rund 140 Vereinsmitglieder vor, dass die Lieder ihrer beiden Orchester wie Hände sind, die der Verein allen Menschen reichen möchte. „Zum Beispiel bei unserem Jubiläumskonzert am ersten Advent um 15.30 Uhr im CongressCentrum“, kündigt der Vorsitzende ein zukünftiges Ereignis an. „James Bond beobachtet den Tanz der Vampire und unser Verein darf sich wie der König der Löwen fühlen“, scherzt Hiller in Anspielung darauf, das bei diesem Konzert nur Musical- und Filmmusiken zu hören sein werden. IAber schon nehmen Hiller und Seibert die Gelegenheit wahr, wieder zurück zu blicken auf die 125-jährige Vereinsgeschichte mit all ihren Anekdoten und Begebenheiten. Als vor langer Zeit bei der Weissacher Kirwe ein Vereinsmitglied im torkelnden Zustand beim Gang auf die Toilette in den Festkuchen fiel, den die Frauen Boden ausgebreitet hatten. „Solche Anekdoten werden von Generation zu Generation weitererzählt“, freut sich der 40-jährige Vereinsvorsitzende, der nicht unglücklich darüber ist, dass beim Musikverein Dillweißenstein auch viel gelacht wird. Der Festzug durch Dillweißenstein zum 75-jährigen Bestehen wie auch der Massenchor auf dem Ludwigsplatz, der von rund 600 Musikern gebildet wurde, war gleichzeitig ein Zeichen, wie der Musikverein durch die Pflege der Volksmusik mit der Bevölkerung verbunden ist.

In den folgenden Jahren erreichte die Kapelle musikalisch einen sehr hohen Stand. Musiker des Musikvereins waren zeitweise auch am Stadttheater Pforzheim (damals noch im Osterfeld) bei den Operetten „Der Bettelstudent“, „Frau Luna“ und „Im Weißen Rössl“ insgesamt 22 Mal verpflichtet wurden. Im Jahr 1974 wurde auf Betreiben der Vorstandschaft eine Jugendkapelle gegründet, die aus 35 Musikern bestand. Seit Mai 2005 kooperiert der Musikverein mit dem Musikzug der Feuerwehr Pforzheim. Neben vereinseigenen Veranstaltungen tritt das derzeit 25 Musikern umfassende Orchester nun auch bei herausragenden Veranstaltungen der Feuerwehr als Gesamtmusikzug der Feuerwehr auf.