



In Pforzheim und der Region gibt es fünf Mordfälle, die sich vor Jahrzehnten ereignet haben und noch immer ungeklärt sind – und eine Vermisste, von der die Ermittler nie einen Aufenthaltsort oder eine Leiche fanden.
Das Schlimmste, was Ihnen als Polizist passieren kann, ist, wenn Sie in einem Mordfall ermitteln und keinen Täter finden“, sagt Uwe Carl, Leiter der Kriminalinspektion I. in Pforzheim. Im Fall von Manuela R. musste der 48-jährige Kriminaloberrat diese schmerzhafte Erfahrung machen.
Damals, am 5. Juli 1995 verschwand das 15-jährige Mädchen aus Pfinzweiler spurlos. In Feldrennach, wohin sie zu Fuß unterwegs war, kam sie nie an. Drei Wochen später fand ein Förster eine nahezu skelettierte Leiche auf einem verdeckten Waldweg zwischen Darmsbach und Langensteinbach. Die Untersuchung ergab zweifelsfrei, dass es sich um die sterblichen Überreste der Manuela R. handelte. Vom Täter fehlt bis heute jede Spur.
Dabei beträgt die Aufklärungsquote bei Tötungsdelikten in Baden-Württemberg 97-98 Prozent. Das liegt vor allem daran, dass bei jedem Mordprozess akribisch gearbeitet wird. Eine Sonderkommission wird eingesetzt, die sich so lange mit dem Fall beschäftigt, bis alle Möglichkeiten ausgeschöpft sind.
In den vergangenen zehn Jahren hat es in Pforzheim 62 Fälle von Mord und Totschlag gegeben. Davon wurden elf vollendet, bei 51 blieb es beim Versuch. Unter den elf vollendeten Tötungsdelikten handelte es sich in sechs Fällen um Mord und in fünf um Totschlag.
Da Mord nicht verjährt, werden im Keller der Pforzheimer Polizeidirektion zahlreiche Akten und Asservate dieser Fälle aufbewahrt. Das ist vor allem seit Mitte der 90er-Jahre bedeutend, denn seit dieser Zeit gibt es die Möglichkeit der DNA-Analyse. So konnten etwa im ungeklärten Mordfall von Josip M. aus Pforzheim aus dem Jahr 1981, aufbewahrte Gläser noch einmal untersucht werden. Leider fanden sich keine brauchbaren Hinweise, die zur Aufklärung des Falls hätten dienen können. Auch in den Fällen Turan R., Georg K., Fjoula S. oder Liane W. – alle vereint das Schicksal einer ungeklärten Tötung – konnte eine DNA-Analyse keine Klärung bringen. Und dennoch empfindet es Uwe Carl als wichtig, von Zeit zu Zeit über die mysteriösen Mordfälle in der Region zu berichten. Denn wenn Morde Jahrzehnte lang zurückliegen, bestehen Verbandelungen, die möglicherweise einst zur Schweigsamkeit von wichtigen Zeugen führten, nicht mehr. Ehepaare lassen sich scheiden, Freundschaften leben sich auseinander – in einigen Fällen äußern sich Menschen auf dem Sterbebett, um ihr Gewissen zu erleichtern.
So auch bei zwei Fällen der ungeklärten Morde aus der Region. Aber: „Leider führten auch diese Hinweise uns nicht zum Täter“, so der 48-jährige Carl. Durch die 2009 landesweit gegründete AG für Altfälle gilt, dass ungeklärte Morde immer wieder auf den Tisch kommen. Denn jeder neue Hinweis könnte auch nach Jahrzehnten zum Täter führen.
Autor: Miriam Fuchs






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Leserkommentare (2)
Mehr KommentareDa gab es zwei Polizisten die fanden einen Toten: So etwas habe ich noch nicht gesehen, ein selbstmord mit 42 Messerstichen!!! Und so ist es mit der Statistik. Ich erinnere mich an den Fall Kristina 2004. Ein 14-jähriges Mädchen will in das Schwimmbad und verschwindet. 300 Personen suchen den ganzen Haidach ab. Ohne Ergebnis. Nach ein paar Tagen wird Kristina gefunden, an einem Baum in der Nähe gehängt. Niemand der Kristina kannte glaubt an einen Selbstmord. Es sgab auch keinen ...... mehr...
In Pforzheim und der Region gibt es fünf Mordfälle, die sich vor Jahrzehnten ereignet haben und noch immer ungeklärt sind!! Ist eigentlich der Fall Harry Wörz aufgeklärt???Da liest man und hört über den Fall,ganz,ganz wenig in Pforzheim! mehr...