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15.10.2009

Nackter Mann hält Polizei auf Trab

PFORZHEIM. Mehrere Streifenwagen-Besatzungen und der Einsatz von Pfefferspray sind am späten Mittwochabend gegen Mitternacht von Nöten gewesen, um einen 30-Jährigen zu überwältigen und in Gewahrsam zu nehmen.

Der Mann war nackt und lediglich mit Socken bekleidet unter großem Geschrei von der Karl-Friedrich-Straße zur Bleichstraße und von dort zur Jahnstraße vor das Reuchlinhaus gezogen, wo ihn die Beamten auf der Jahnstraße schließlich in Handschellen legen und mitnehmen konnten, wie Polizeisprecher Andreas Reuster der PZ sagte.

„Um etwa 23.45 Uhr wurden wir durch Schreie ans Fenster in unserem Schlafzimmer gelockt“, schildern Augenzeugen den Vorfall. „In der Jahnstraße, auf Höhe der Bäckerei Aysenbrey wurde ein nackter Mann, nur mit Socken und Turnschuhen ausgestattet, von zwei Polizei-Autos und vier Polizisten eingekreist.“

Der Mann habe heftig mit der Polizei diskutiert und diese beschimpft. „Die Beamten wollten den Mann zum Einsteigen bewegen. Dieser nahm die Anweisungen nicht ernst und wurde aggressiv. Es kam zu Handgreiflichkeiten“, so die Augenzeugen weiter. Nachdem es bei Temperaturen nur knapp oberhalb des Gefrierpunkts einer Streifenwagen-Besatzung alleine nicht gelungen war, den Nackten unter Kontrolle zu bringen, hatten die Beamten drei weitere Streifenwagen hinzugerufen. „Der Mann war extrem aggressiv“, sagte Reuster. „Selbst als die Kollegen das Pfefferspray eingesetzt haben, hat er keinerlei Reaktion gezeigt.“

Erste Informationen, wonach der 30-Jährige einen Baseball-Schläger bei sich gehabt haben soll, konnte Reuster indes nicht bestätigen. In der Nähe des Mannes soll sich eine Begleiterin befunden haben, die möglicherweise versucht hat, ihn zu beschwichtigen. Bei und nach seiner Festnahme schrie er die ganze Zeit: „Nicht nach Hirsau, nicht nach Hirsau.“

Der Rettungsdienst und der ärztliche Bereitschaftsdienst waren vor Ort, der Mann wurde schließlich in die psychiatrische Landesklinik nach Hirsau eingeliefert. Nach PZ-Informationen ist es nicht das erste Mal, dass der 30-Jährige in ähnlicher Weise auffällt, er soll in psychiatrischer Behandlung sein. Die Rede ist von hochgradiger Schizophrenie.