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29.12.2010

Namenshitparade 2010: Sophie und Alexander vorne

PFORZHEIM. Seit dem Jahr 2006 sind die beliebtesten Mädchennamen in Pforzheim Sophie und Marie. Das ist auch 2010 so, wie das Standesamt mitteilt. Bei den Jungen halten Alexander und Leon die Spitze – gleichauf.

Mit 52 Namensnennungen liegt im Jahr 2010 Sophie deutlich vor Marie (32), wobei bei den Jungen das Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Alexander (34) und Leon (34), die derzeit beide gleichauf liegen, unentschieden ausgeht. „Da das Jahr noch nicht ganz zu Ende ist, könnte sich hier noch eine Verschiebung zugunsten des einen oder anderen ergeben“, teilt Sibille Seemann, Leiterin der Geburtenabteilung der Stadt Pforzheim mit. Im Vorjahr lag Alexander mit 27 Nennungen vor Leon (23) und Luca (22), wobei der Drittplatzierte in diesem Jahr ebenfalls Luca (28) ist. Bei den Mädchen bekam Lara (23) die Bronze-Medaille, die Lena (17) vom Vorjahr ablöst.

Das Standesamt Pforzheim registrierte 1162 Kinder mit einem Vornahmen, 891 mit zwei, 69 mit drei und fünf mit mehr als drei Vornamen.

Neu in der Statistik der beliebtesten 30 Vornamen gegenüber dem Vorjahr sind bei den Mädchen Maya, Alexandra, Hannah, Melina, Selina, Angelina und Clara.

Bei den Jungen sind Jonas, Simon, Maxim, Finn, Jan, Niklas. Oliver, Justin, Marco und Mika neu vertreten. Dafür gibt es keinen Levi, Kaan, Robin und Moritz mehr.

Während deutsche Eltern oft einen ausländischen Namen aussuchen, weil das exotisch klingt, bevorzugen manche Ausländer deutsche Namen wie Paul oder Max, um Integrationswillen zu bekunden.

Das Standesamt Pforzheim muss sich jedes Jahr auch mit ausgefallenen Namenswünschen der Eltern auseinandersetzen und prüfen, ob diese Wünsche zugelassen und beurkundet werden können. Wie Sibille Seemann, Leiterin des Standesamts bei der Stadt Pforzheim mitteilt, werde nur noch eingegriffen, wenn das Kindeswohl durch eine Namensgebung gestraft sei, zum Beispiel ein Junge einen Mädchenvornamen bekommen solle. Laut Urteil des Bundesverfassungsgerichts, dürfe ein Kind nicht durch einen Namen gestraft sein. Diese Frage prüfe das Standesamt. Ansonsten sei die früher relativ straffe Regelung etwas gelockert worden. Die Prüfung über bestimmte Namen wie zum Beispiel den vietnamesischen Namen „Truong“ und der Namensnachweis über die Botschaft oder die Vornamensberatung der Uni Leipzig sei nicht mehr so streng geregelt wie früher. „Im Zweifelsfall bekommen die Eltern recht“, so Seemann. Zum Beispiel würde der Name „Morgenhans“, der früher abgelehnt worden sei, unter den neuen Kriterien heutzutage wahrscheinlich durchgehen.

Der Name lasse sich auf das altkeltische „cant“ (Kreis, Vollendung) sowie auf das walisische „mawr“ (groß) und „can „ (hell) zurückführen. Der männliche Vorname Morgan setze sich außerhalb Wales auch als weiblicher Vorname durch die Arthussage durch. Dort heißt die Stiefschwester von König Arthur nämlich Morgan le Fay. Morgan könne auch als anglisierte Form des irischen „Murchdadh“ erklärt werden (Kämpfer in der Seeschlacht). Die Kombinationen Morgen Hans und Morgen-Hans seien möglich, Morgenhans empfahl die Uni Leipzig vor einigen Jahren jedoch nicht.