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30.03.2011

Neues Leben blüht aus Dorf-Ruinen in Ungarn

PFORZHEIM. Dank Pforzheimer Hilfe kann in der Schule des ungarischen Dorfes Kolontár wieder unterrichtet werden. Außerdem steht nach der Giftschlammkatastrophe jetzt mancher Rohbau in der beginnenden Wiederaufbauphase. Zur Erinnerung: Das Dorf Kolontár in Westungarn wurde Opfer einer schrecklichen Giftschlammkatastrophe, weil der Damm des Rückhaltebeckens einer Aluminiumfabrik gebrochen war.

Giftiger Bauxitschlamm hatte sich in kürzester Zeit auf die umliegenden Felder ausgebreitet und sich in Straßen, Gärten und Häusern ergossen. Es gab zehn Tote und 150 Verletzte. 35 Familien haben alles verloren, weitere 25 sind materiell schwer geschädigt.

Joachim Rösch, Präsident der Deutsch-Ungarischen Gesellschaft (DUG) Pforzheim und Enzkreis, hat mit seiner Vereinigung und dank der Unterstützung durch die PZ mehr als 6000 Euro an Spendengeldern für die erste Nothilfe übergeben (die PZ berichtete). „Dieses Geld aus Pforzheim und dem Enzkreis hat sofort greifbar beim Wiederaufbau geholfen“, sagte er bei einem Besuch im PZ-Medienhaus. Zusammen mit anderen Hilfsorganisationen sei ein deutliches Signal gesetzt worden, dass die Menschen in Kolontár nicht alleine gelassen werden. Das Geld sei zielgerichtet für Renovierung und Neumöblierung der Schule verwendet worden sowie für den Aufbau von Häusern außerhalb des kontaminierten Gebietes auf weniger belasteter Erde.

Jedesmal wenn Rösch sich die Bilder von Kolontár vor Augen führe, sei es ihm zum Weinen zumute. In einer Präsentation werde das ganze Ausmaß und die Hoffnungslosigkeit der Menschen unmittelbar nach dem Dammbruch dokumentiert. „Unsere Wehwehchen erscheinen daran gemessen klein und unbedeutend“, so Rösch. Das Leben gehe weiter, man könnte sagen, dass neues Leben aus den Ruinen blühe.