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01. Januar 2012
Jetzt sind sie zu viert: Vater Ismet Karlidag, Mutter Saskia Endres, Tochter Leyla und der neugeborene Cem Mehmet.
Jetzt sind sie zu viert: Vater Ismet Karlidag, Mutter Saskia Endres, Tochter Leyla und der neugeborene Cem Mehmet.

Neujahrs-Baby Cem hat es eilig

Es gibt Daten und Fakten, die vergessen Eltern nicht. Mütter erst recht nicht. Datum: 1. Januar 2012. Uhrzeit: 2.04 Uhr. Gewicht: 2250 Gramm. Größe: 43 Zentimeter. So liegt der kleine Cem, zweiter Vorname Mehmet, schlafend da, wechselseitig in den Armen von Mama Saskia Endres, 24, und ihres gleichaltrigen Mannes Ismet Karlidag, sie Hausfrau, er Arbeiter. Mutter und Kind sind wohlauf, es war eine natürliche Geburt, ohne Kaiserschnitt, keine Komplikationen.Hochbetrieb im Zimmer

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Cem bekommt nicht mit, was um ihn herum passiert – die Verwandten im Zimmer des zweiten Stocks, die Menschen von der Zeitung, die wie jedes Jahr etwas schreiben wollen über das „Neujahrs-Baby“, die Damen in Weiß, die von zwei weiteren Geburten in jener Nacht zu berichten wissen. Cem hat die Augen geschlossen, die Pudelmütze auf dem Köpfchen.

„Er war etwas zu früh dran“, sagt die Mutter. Es ist Nachmittag, sie hat sich erholt von den Strapazen der Geburt. Er sei „natürlich“ dabei gewesen, sagt Ehemann Ismet – eine Selbstverständlichkeit wie bei der Geburt von Leyla vor zweieinhalb Jahren an gleicher Stelle, so sieht er das.

Die große Schwester spürt, dass das vorrangige Interesse in diesem Augenblick dem kleinen Bruder gilt, eingehüllt und wohlbehütet in seiner Kuscheldecke. Anfangs ist Leyla noch etwas quengelig, doch dann siegen Neugier und Schutzinstinkt für das Würmchen: Die Zweijährige turnt aufs Bett, schmiegt sich zwischen Vater und Mutter und hält den kleinen Bruder liebevoll im Arm. Ach ja, was die Daten angeht: Leyla, da kommt die Antwort der Mutter wie aus der Pistole geschossen, war bei ihrer Geburt eindeutig das größere Kaliber: 2760 Gramm und 48 Zentimeter groß.

Klein. leicht, früh

Ein Blick ins Archiv der „Pforzheimer Zeitung“ zeigt: Cem Mehmet ist das früheste, kleinste und leichteste „Neujahrs-Baby“ der vergangenen drei Jahre in Pforzheim. Jonas Meeh, geboren im Siloah, wog vor genau einem Jahr um 4.57 Uhr satte 3,45 Kilo und war 53 Zentimeter groß. Am 1. Januar 2010 erblickte Alexandra Grabowski – auch sie war drei Wochen zu früf dran – um 7.47 Uhr im Klinikum Pforzheim das Licht der Welt. Sie war 47 Zentimeter groß und drei Kilo schwer.

In Straubenhardt wird sich Bürgermeister Willi Rutschmann freuen: Das in Pforzheim geborene „Neujahrs-Baby“, Cem Mehmet, wird in seiner Gemeinde, dem Wohnort der Eltern, aufwachsen.

Autor: Olaf Lorch-GerstenmaierPforzheim

01.01.2012
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