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Die 15-jährigen Sarah Decker (links) und Julia Burkhardt reinigen mit ihren Mitschülern die Stolpersteine an der Museumstraße. Foto: Baumgärtel
Die 15-jährigen Sarah Decker (links) und Julia Burkhardt reinigen mit ihren Mitschülern die Stolpersteine an der Museumstraße. Foto: Baumgärtel
27.01.2017

Neuntklässler gedenken ehemaliger Hildaschüler

Anlässlich des Gedenktags an die Opfer des Nationalsozialismus haben Neuntklässler des Hilda-Gymnasiums gestern die Stolpersteine vor dem Schulgebäude an der Museumstraße gereinigt und eine Gedenkminute eingelegt. Bis auf einen waren diese auf den Tag genau sechs Jahre zuvor dort verlegt worden. Die damaligen neunten Klassen hatten eine der Patenschaften übernommen.

Die in den Gehweg vor dem historischen Schulportal eingelassenen Messingplatten erinnern an fünf Schülerinnen und zwei Lehrkräfte, die bis Mitte der 1930er-Jahre am Hilda-Gymnasium lernten oder lehrten und dann aufgrund ihrer jüdischen Wurzeln die Schule verlassen mussten. „Ihr Schicksal wird für die heutigen Schüler greifbar, weil die Betroffenen damals genau in ihrem Alter waren“, betont Geschichtslehrer Martin Rühl. „Diese Taten sind nicht irgendwo passiert, sondern genau hier.“ Während den anderen die Flucht in die USA, nach Bolivien oder Australien gelang, überlebte Lehrerin Hedwig David die Zeit des Nationalsozialismus nicht. „Sie hat noch im Lager in Gurs versucht, einen Schulbetrieb aufrechtzuerhalten und damit Ordnung in den völligen Wahnsinn zu bringen“, betont Martin Kaul, Abteilungsleiter für Geschichte.

198 Gedenktafeln sind inzwischen verlegt worden. Ende April sollen 28 weitere folgen, so Hans Mann von der Initiative Stolpersteine. Weitere Schüler schwärmten zu Luisen-, Leopold- und Bahnhofstraße aus, um die Stolpersteine dort wieder auf Hochglanz zu bringen.