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14.12.2006

Nur die Kosten sind noch unklar

PFORZHEIM. Der Gemeinderat soll Dienstag grünes Licht geben für die Einrichtung einer weiteren Ganztagsschule. Laut Verwaltung könnte die Brötzinger Schule damit im Herbst starten. Bislang gebe es kein Konzept, sagt die CDU.

Zum 1. Dezember hat die Pforzheimer Stadtverwaltung die Brötzinger Schule mit ihren 560 Schülern beim Regierungspräsidium (RP) Karlsruhe als so genannte gebundene Ganztagsschule für das Landesprogramm angemeldet und hofft auf Bewilligung. Das bedeutet verbindliche acht Stunden Unterricht für alle Jungen und Mädchen. Im nächsten Jahr soll die Weiherbergschule angemeldet werden.

Zwei Fachausschüsse hatten bereits zugestimmt. Sollte das RP die Kriterien als erfüllt anerkennen und das Kultusministerium die Schule ins Landesprogramm aufnehmen, erhält die Einrichtung zusätzliche Unterrichtsstunden. „Bis zum 31. März muss der Antrag auf Schulbauförderung gestellt sein“, sagt der Leiter des Schulamts Manfred Maschek. Denn bis zu 33 Prozent der anerkannten Umbaukosten wie etwa einer Mensa bezuschusst das Land außerdem.

Manchem der Stadträte ging es dann vergangene Woche doch zu schnell während der Haushaltsberatungen. „Der politische Wille ist da“, sagt CDU-Stadtrat Martin Steiner. Allein – dafür gebe es noch keinen Grundsatzbeschluss und eine Menge unbeantworteter Fragen. Die Fragen nach den Umbaukosten beispielsweise und nach dem pädagogischen Konzept. Denn nur wenn man das habe, könnte das Gebäudemanagement den Umbau planen.

Von einem Start im Herbst 2007 auszugehen, hält Steiner für zu früh, wolle man ein durchdachtes Konzept zu Grunde legen. Auf jeden Fall seien 164000 Euro per Nachtrag in den Haushalt eingestellt worden. Mittelfristig möchte die CDU aber eine Kostenschätzung, was an finanzieller Belastungen durch weitere Ganztagsschulen auf die Kommune zukomme. SPD-Fraktionsvorsitzende Dorothea Luppold hält diesen eingeschlagenen Weg für richtig.

Das pädagogische Konzept, das Rektor Wolfgang Müller der Stadt für die Brötzinger Schule vorgelegt hat, skizziert einerseits die Notwendigkeit von Unterricht, gemeinsamem Essen, von sozialem Training und Sportangeboten. Es formuliert aber auch den zusätzlichen personellen Bedarf.

Mehr Stunden fürs Sekretariat, sieben Sozialarbeiterstellen und weitere Betreuer für die nachmittäglichen Spielangebote. Im Herbst war bereits eine Probeklasse von Fünftklässlern gestartet: „Wir sind sehr zufrieden“,sagtMüller.