





PFORZHEIM. Die Zeiten seien nicht rosig, aber mit Optimismus, Augenmaß, Tatkraft und Einigkeit könne Pforzheim es schaffen. So lauten übereinstimmend die Botschaften zur Amtseinführung Gert Hagers als neuer Chef im Rathaus.
Gleich beim ersten Auftritt, seiner Vereidigung, ist der Wunsch des neuen Oberbürgermeisters Gert Hager (SPD) nach einer aktiven Bürgerschaft von Erfolg gekrönt gewesen: Rund 400 Pforzheimer waren gestern Mittag ins Rathaus gekommen und hatten bei einer Video-Übertragung aus dem Ratssaal dem feierlichen Ereignis zugeschaut.
Drinnen war der Platz knapp: Neben den meisten Stadträten hatten Politiker, Vertreter der Wirtschaft und Hagers Weggefährten aus dem Wahlkampf das Ereignis miterleben wollen. Sie sorgten vorher und nachher für so reichlich Applaus, dass der Erste Bürgermeister Roger Heidt als Zeremonienmeister in seinem Schlusswort nur erstaunt feststellen konnte, solch einen Beginn und Abschluss einer Gemeinderatssitzung noch nicht erlebt zu haben. Und dann, in Richtung Hager: „Läuft nicht schlecht im Moment, oder?“ Am Ende hatte es für Hager im Ratssaal gar stehende Ovationen gegeben.
Was die Zuhörer zu diesem Applaus gebracht hatte, waren die Formulierungen in der Rede des neuen Oberbürgermeisters. Der hatte zunächst die Mutlosigkeit, die Resignation und das Nebeneinanderherleben als die biblischen Plagen der Pforzheimer geschildert, um dann ihr Miteinander und ihren Bürgersinn einzufordern. „Unsere Stadt wird von den Bürgerinnen und Bürgern bewegt – oder auch nicht“, so Hager.
„Wo wollen wir hin in der Industrie, der Wirtschaft, während der scharfe Wettbewerb der Regionen tobt? Wo wollen wir hin im Einzelhandel in der Innenstadt?“ Die Pforzheimer könnten gemeinsam eine attraktive Einklaufs-, Flanier- und Kulturmeile schaffen, wie andere Städte auch. Das gehe nur gemeinsam. „Bürgerschaft, Rathaus und Wirtschaf müssen sich als eine aufeinander angewiesene Gemeinschaft begreifen“, sagte Hager. Es könne nicht sein, dass die Stadtverwaltung fertige Pläne vorlege, zu denen einfach Ja und Amen gesagt werde. Das habe in der Vergangenheit zu Krach zwischen den Beteiligten geführt.
Anstöße, Ziele und Visionen könnten von ihm und seinen Bürgermeister-Kollegen kommen. Seine erste Aufgabe sei es aber, den Bürgersinn zu wecken und dieses Potenzial zur Entfaltung zu bringen. „Ich will diese Stadt blühen sehen“, so Hager.
Zuvor hatte der Karlsruher Regierungspräsident Rudolf Kühner die Finanzlage der Stadt angesprochen. Der Fortgang der unter Christel Augenstein begonnenen Haushaltskonsolidierung sei dringend notwendig, auch wenn man sich manch schöne Projekt dann nicht leisten könne. Dennoch sei Pforzheim einer der attraktivsten Standorte im Land. Kühner riet zur Einigkeit: Kommunen seien dann am erfolgreichsten, wenn Bürgermeister und Gemeinderat in die gleiche Richtung zögen.
Ähnlich äußerte sich Gerhard Sonnet, der als dienstältester Stadtrat für seine Kollegen sprach. Der Stadt stünden unvorstellbare Einschnitte bevor, und gerade da sei ein breiter Konsens der Kommunalpolitiker vonnöten.
Autor: marek klimanski






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