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Ständig im Gespräch: Peter Boch ist derzeit von Termin zu Termin unterwegs. Für die PZ-Reihe „Auf einen Kaffee mit ...“ trifft er sich mit PZ-Redakteurin Anke Baumgärtel im „Café Arlinger“. Nach einem Latte macchiato muss er weiter. Foto: Seibel
Ständig im Gespräch: Peter Boch ist derzeit von Termin zu Termin unterwegs. Für die PZ-Reihe „Auf einen Kaffee mit ...“ trifft er sich mit PZ-Redakteurin Anke Baumgärtel im „Café Arlinger“. Nach einem Latte macchiato muss er weiter. Foto: Seibel
21.04.2017

OB-Herausforderer Peter Boch liebt die Herausforderung

Der erste Eindruck zählt. Davon ist Peter Boch überzeugt. Darauf setzt der OB-Kandidat der CDU nicht nur bei den Gesprächen, die er derzeit Tag um Tag mit Pforzheimern führt. Für ihn gilt das auch für das Erscheinungsbild der Stadt. „In manchen Bereichen wird Sauberkeit nicht besonders groß geschrieben“, bemängelt der 36-Jährige – und ist damit schon mittendrin in den Themen, die die Bürger in der Goldstadt bewegen.

Er selbst steckt mitten im Wahlkampf. Der Terminkalender des gebürtigen Waldshuters ist voll. „Das muss so sein“, findet Boch. Schließlich wolle er in kürzester Zeit möglichst vielen Menschen begegnen. „Aus den Gesprächen heraus lerne ich die Stadt kennen.“ Jetzt zwischen zwei Terminen also auf eine Tasse Kaffee mit der PZ. Es ist Dienstag, ein Tag vor der Kandidaten-Vorstellung in Eutingen. Treffpunkt ist das „Café Arlinger“, unweit seiner derzeitigen Bleibe. Überhaupt ist Boch viel in den Stadtteilen unterwegs. „Hier komme ich jeden Tag vorbei“, sagt der CDU-Kandidat. Wenn es die Zeit erlaube, trinke er einen Kaffee. An diesem Nachmittag ist es ein Latte macchiato. Gesüßt.

Während an einem der Tische im hinteren Teil des Cafés munter diskutiert wird, erzählt Boch, wie er den Wahlkampf erlebt. Anstrengend, intensiv – aber auch als eine Bereicherung. Boch nimmt einen Schluck durch den Strohhalm. Entgegen der Vorurteile, hier gebe es viele Bruddler, erlebe er offene Menschen. „Mein Eindruck von Pforzheim ist sehr positiv“, sagt er. Dies gelte es auch zu leben. Dass er, wie er selbst sagt, „ein schlechter Urlauber“ ist, kommt dem Bürgermeister von Epfendorf im Wahlkampf zugute. Nur einen Tag in der Woche schaut er in seiner Gemeinde vorbei. Morgen ist so ein Tag. Auf dem Programm stehen eine Trauung sowie die Kassenprüfung des Landschaftserhaltungsverbands. „Bei uns im Rathaus ziehen alle an einem Strang“, fährt er fort. Das Team funktioniere auch mal ohne ihn. Sauer sei man ihm dort nicht. Man gönne dem Rathauschef die Chance.

Aber kann ein Bürgermeister einer solch kleinen Gemeinde überhaupt Oberbürgermeister einer Großstadt sein? Dies sei eine der Fragen, auf die sich der gelernte Polizist, einst Personenschützer der Ministerpräsidenten Oettinger und Mappus, eingestellt hat. Und, kann er? „Man braucht das Verständnis für kommunale Selbstverwaltung“, findet er. „Da ist es unerheblich, ob eine Stadt 3000, 50.000 oder 100.000 Einwohner hat.“ Die Themen seien dieselben. In Pforzheim sind es für ihn Sicherheit und Sauberkeit, die Finanzlage, Kinderbetreuung und die Attraktivität der Innenstadt. „Die drei Flüsse sind ein Aushängeschild, Pforzheim eine Stadt der ungenutzten Potenziale.“ Wieso ausgerechnet Pforzheim – bei der Finanzlage? „Einfach kann jeder“, sagt der 36-Jährige und lacht. Das tut er überhaupt viel. Er möge die Herausforderung, wolle die Probleme angehen.

Vater vermisst seine Familie

Und wenn es nicht klappt mit dem Chefsessel im Pforzheimer Rathaus? „Dann vergrabe ich mich in die Arbeit in Epfendorf“, sagt er. „Ich habe ja dann eh keinen Urlaub mehr.“ So oder so freut sich der dreifache Familienvater auf seine Frau und die Kinder. „Beim Wahlkampf in Epfendorf war das anders“, erinnert sich Boch. Damals noch kinderlos, begleitete ihn seine Frau. Das ist nun schwierig. Die jüngste Tochter ist gerade einmal drei Monate alt. „Und wieder einmal im eigenen Bett zu schlafen“, schwärmt Boch. Es sei ja absehbar. Aber erst mal geht es weiter. Ein Wohnzimmergespräch wartet – wenn auch nicht in den eigenen vier Wänden.