

Bis zu seinem 26. Lebensjahr war er ein Suchender. „Ich hatte das Evangelium nicht auf meinem Radar!“. Heute weiß Dr. Albrecht Kellner: „Der Sinn des Lebens erschließt sich nur in einer wesensgemäßen Gemeinschaft mit Gott!“
Das Herantasten an diese Erkenntnis war ein geradezu spannendes Erleben für die zahlreichen Gäste, die beim Frühstückstreffen der „Internationalen Vereinigung Christlicher Geschäftsleute“ im „Parkhotel“ versammelt waren. Albrecht Kellner, in Swakopmund geboren und in Namibia aufgewachsen, in Göttingen als Physiker promoviert und heute Manager beim Raumfahrtkonzern EADS, der sich mit seinem Bereich „Astrium“ in Bremen vornehmlich der bemannten Raumfahrt widmet, ging in seinem Vortrag der Frage nach, ob es bei der Erforschung des Weltalls Hinweise – nicht Beweise! – auf Existenz und Wesen eines Schöpfers gebe. Eine Frage, die gerade im Jahr 2009, dem Internationalen Jahr der Astronomie, von besonderem Interesse scheint.
Ganz so einfach wie Juri Gagarin, der erste Weltraumfahrer – „Ich habe Gott, der dort im Himmel sein soll, nirgendwo entdecken können“ – , wollte es sich Albrecht Kellner nicht machen, schließlich „ist der Schöpfer auf einer ganz anderen Ebene als die Schöpfung – hier also ist er nicht zu finden!“.
Weil er beim Blick in den Sternenhimmel aber ahnt, „dass es etwas geben muss“, durchlebt der Mensch auf der Sinnsuche schwere Zeiten. Aber während andere ihm „das geschickte Hantieren mit Halbwahrheiten“ vorwerfen und ihn in die „religiös-fundamentalistische Ecke“ stellen (Salzburger Nachrichten), entwickelt Albrecht Kellner mit physikalischer Akribie eine Glaubenswelt, in der sich viele wiederfinden. Begleitet von einer eindrucksvollen Powerpoint-Präsentation ließ der Referent die unendlichen Dimensionen erkennen, in denen wir uns befinden: „Galaxien mit 100 Milliarden Sternen und davon gibt es 100 Milliarden Galaxien!“.
Für den beim Studium an der Unversity of California zum Glauben gefundenen Kellner ist der Urknall – „Aus dem Nichts hervorgebrochen“ – ein deutlicher Hinweis: „Was soll ein Schöpfergott noch anderes tun, als solch einen Schöpfungsakt zu begehen?“. Hier lohne ein Blick in den Hebräerbrief: „. . . so dass alles, was man sieht, aus dem Nichts geworden ist“. Für den Weltraum-Physiker schließt sich hier der Bogen: „Was vor 2000 Jahren ein glaubendes Bekennen war, ist heute wissenschaftlich fundiertes Erkennen!“. Dennoch: Wenn es um die Frage nach dem Sinn des Lebens gehe, seien die Naturwissenschaften am Ende angekommen.
Kellners Antwort: „Wer an den Wundern der Natur keinen Schöpfer erkennt, ist selbst schuld!“. Kellner, der in der „vorsichtigen Art, in der sich ein Physiker ausdrücken kann“, der Gottsuche auf der Spur war, kam zu der Erkenntnis: „Ja, es gibt Hinweise auf einen Gott, der unermesslich groß sein muss.“ Und: „In Liebe zu leben, muss der Sinn des Lebens sein, danach schreit die ganze Menschheit. Es geht nicht um blinden Glauben, sondern um das Erkennen. Erst dann weiß man, dass man angekommen ist!“
Großer Applaus für die Darstellung einer komplexen Materie. amk





Das lesen Abonnenten am Montag exklusiv in Ihrer "Pforzheimer Zeitung":