



PFORZHEIM. Mindestens 300 Tiere leben ständig im Zentraltierheim. Wie die Vierbeiner und Kleintiere untergebracht sind, davon haben sich PZ-Leser am Donnerstag bei der Sommeraktion selbst ein Bild gemacht.
Roswitha Birkenmaier muss sich nochmal umdrehen. Zu treu linst Dackel-Mischlings-Dame „Paty“ aus dem Zwinger heraus. „Ist sie nicht lieb?“, fragt sie ihren Mann, ohne eine Antwort zu erwarten. Das Ehepaar Roswitha und Ernst Birkenmaier aus Straubenhardt zählte gestern zu den Besuchern, die bei der PZ-Sommeraktion die Einrichtung des Tierschutzvereins besichtigten durften.
„Viele Bürger denken, wir seien eine städtische Einrichtung“, so Ute Andok, Leiterin des Tierheims. Dabei erhält der Verein von Stadt und Enzkreis lediglich Zuschüsse in Höhe von 148 000 Euro. Die Gesamtkosten betragen 550 000 Euro pro Jahr. „Die Kosten werden teilweise durch die Mitgliedsbeiträge gedeckt, ein kleiner Teil durch die Schutzgebühren bei der Vermittlung, und der Rest der Kosten wird mit Spenden und Erbschaften finanziert“, erläuterte sie abseits der Führung.
Ute Andok führte die 30-köpfige Gruppe der PZ-Leser an dem neuen Hundezwinger vorbei, der mit Kosten in Höhe von 1,2 Millionen Euro den Tierschutzverein „fast die Existenz gekostet“ hätte. Doch jetzt sei der Kredit abgezahlt und die nächsten Projekte warten. Wie die Ausläufe für die Vierbeiner, die südöstlich hinter dem Tierheim entstehen sollen. Leider zogen laut Andok drei Jahre ins Land, bis die notwendigen Genehmigungen vorlagen. Und auch jetzt sei das Errichten mit Auflagen verbunden. So dürfen nur in Deutschland gezogene Büsche gepflanzt werden. Das Tierheim rechnet mit Kosten in Höhe von rund 30 000 Euro. Auch, dass die benachbarte Wiese aufgrund des Flächennutzungsplans der Stadt nicht als Auslauf genützt werden kann, ärgert die Tierschützerin.
In der jüngsten Zeit hat das Tierheim viele verwahrloste Katzen und Hunde aufnehmen müssen. Und auch die Anzahl der ausgesetzten Tiere habe im Vergleich zum Vorjahresmonat um zehn Prozent zugenommen, berichtet Andok. Derzeit leben rund 60 Hunde im Tierheim. Dazu kommen noch die Vierbeiner, die in den Ferien gepflegt werden. Ganz wichtig ist den Tierschützern, dass die Hunde drei Mal am Tag aus dem Zwinger kommen, erläutert Andok. Deshalb sei der Tierschutzverein auch stets auf ehrenamtliche Gassigeher angewiesen.
Julie Bordère, Vorsitzende des Tierschutzvereins, erläutert, dass die Ehrenamtlichen bei ihrem Engagement im Tierheim nicht auf bestimmte Zeiten festgelegt wären. Eine Auskunft, die Walter Cramer aus Pforzheim erfreut. „Ich bin sehr überrascht darüber, dass die Hunde dreimal pro Tag ausgeführt werden“, so sein Fazit. Außerdem freute sich der Pforzheimer „über die Sauberkeit“, die in der Einrichtung herrscht. Pro Jahr beherbergt das Tierheim rund 500 Hunde, erläuterte Bordère. Wenn das Tier zu einem neuen Besitzer kommt, wird grundsätzlich eine Schutzgebühr erhoben. „Diese Summe deckt die notwendigen Ausgaben für Futter, medizinische Versorgung und Pflege nicht mal annähernd“, erklärt die Tierschützerin. Dennoch können nicht alle Tiere vermittelt werden. Einige Hunde und Katzen erhalten im Tierheim auch ihr Gnadenbrot.
Auch im Katzenhaus muss sich so mancher Besucher zurückhalten, um nicht einen niedlichen Stubentiger mit nach Hause zu nehmen. Auswahl gebe es bei 140 Kätzchen genug.
Autor: Dorothee Messmer





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