
PFORZHEIM. Prügeleien in der Pause, Vandalismus auf der Schultoilette, Störung im Unterricht: Um die wachsende Zahl an pädagogischen Anforderungen zu meistern, bleiben Dietrich Gerhards, Leiter der Pforzheimer Inselhauptschule, nach eigener Aussage gerade mal zehn Prozent seiner Arbeitszeit.
Mehr als ein halbes Deputat ist allein durch seine Unterrichtsverpflichtung gebunden, der Rest durch Verwaltungsdinge, sagt er. Evaluation, Beurteilungen von Mitarbeitern und vieles mehr bestimmen den größten Teil seines Arbeitstags an der Ganztagsschule. „Die Schulleitung läuft nebenher.“
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft Baden-Württemberg hatte gestern die knapp 100 Schulleiter aus Stadt und Enzkreis zu einem Informationsaustausch geladen. Mit einer landesweiten Aktion fordert die Gewerkschaft mehr Unterstützung für die Schulleiter.
Landesvorsitzende Doro Moritz forderte von der Landesregierung mehr Zeit für Leitungsaufgaben, bessere Qualifizierung der Lehrer und mehr Unterstützung durch eine Verwaltungsassistentin für größere und mehr Sekretariatssstunden für kleinere Schulen.
„Das Kultusministerium und die Schulträger müssen auf eine ständig steigende Aufgabenflut an Schulen reagieren“, sagte Thomas Kerbel, einer der Kreisvorsitzenden der GEW.
„Wir wünschen uns, dass die Schulleitung so qualifiziert ist, dass sie Kollegen, Schüler und Eltern zu einem gemeinsamen Ziel führen kann“, sagte Moritz.
Joachim Eichhorn, Mitglied im Teamvorstand der GEW Pforzheim- Enzkreis, wünschte sich ein berufsbegleitendes Coaching für Schulleiter und die Möglichkeit, zuvor ein Praktikum zu absolvieren. Weil die Grundbelastung an allen Schulen ähnlich sei, fordert die GEW mindestens eine halbe Stelle, die für die Leitung einer Schule reserviert ist.
Moritz sprach sich gegen leistungsabhängige Prämien für Lehrer aus. Denn das würde voraussetzen, dass Schulleiter regelmäßige Gespräche mit allen Pädagogen führen müssten, wozu sie faktisch gar keine Zeit hätten.
Autor: MARTINA SCHAEFER





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