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Der Siebdruck ist das Herz von Q-Train:  In dem Projekt lernen Suchtkranke den Arbeitsalltag kennen, qualifizieren sich und erhalten psychologische Betreuung. Das Bild entstand im Jahr 2005.
Der Siebdruck ist das Herz von Q-Train: In dem Projekt lernen Suchtkranke den Arbeitsalltag kennen, qualifizieren sich und erhalten psychologische Betreuung. Das Bild entstand im Jahr 2005.
© Archiv

Q-Train hat über 30 Prozent der Suchtkranken zu einer Stelle verholfen

Seit sechs Jahren arbeitet der 49-Jährige Stefan M. (Name geändert) in einer Gärtnerei im Enzkreis. Der Weg in eine geregelte Arbeit war für den Ex-Junkie mit einem Leben voller Brüche schwierig und langwierig. Das Projekt Q-Train (Q wie Qualifikation) half ihm über mehrere Jahre dabei, sich psychisch zu stabilisieren und zu lernen, im Team zu arbeiten.

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Stefan M. kam 1998 als einer der ersten Teilnehmer ins Projekt. Die Aktionsgemeinschaft Drogen hatte Q-Train als Modellvorhaben mit Hilfe des Europäischen Sozialfonds zu dieser Zeit gerade ins Leben gerufen. Den Grund nennt Harald Stickel, Gesamtleiter der AG Drogen: Seit 1991 konnten Abhängige bundesweit Methadon auf Rezept bekommen, statt sich Heroin illegal zu besorgen. Der Kontaktladen „Loft“ füllte sich mit arbeitslosen Leuten, die keinen Beschaffungsdruck mehr hatten und nicht wussten, was sie mit ihrer Zeit anfangen sollten. Q-Train mit seiner Siebdruckerei sollte bei der Intergration in den Arbeitsmarkt helfen.

Interviews geführt

Das Institut für Sucht und Gesundheitsforschung aus Zürich hat jetzt den Weg von 247 Frauen und Männern mit Suchtproblemen über einen Zeitraum von zehn Jahren ausgewertet. Experten haben Zahlen erhoben und Interviews mit den Beteiligten geführt. Das Bundesgesundheitsministerium und das Sozialministerium des Landes bezahlten die Auswertung. Projektverantwortliche und Geschäftsführerin von Q-Prints & Service, Ute Hötzer, freut sich über den dokumentierten Erfolg: „Über 30 Prozent der Teilnehmer haben auf dem ersten Arbeitsmarkt eine Stellung gefunden.“ In den ersten Jahren seien es sogar 50 Prozent gewesen. Doch mit der Arbeitsmarktreform, Gesetzesänderungen und der Öffnung des Projekts für Alkoholiker erschwerten sich die Rahmenbedingungen im Laufe der Zeit. Ungewöhnlich sei von Anfang an gewesen, dass Stadt, Enzkreis, Arge und Arbeitsamt gemeinsam und trotz der veränderten Sozialgesetze bis heute die Finanzierung gewährleisteten, erklärt Hötzer. „Die allerwenigsten der Teilnehmer hätten je wieder einen Fuß auf den Boden bekommen, wenn es das Projekt nicht gäbe“, ergänzt Sozialamtsleiter Rüdiger Staib.

So wie Stephan M., 49 Jahre. Er hatte mit 15 Jahren seine erste Erfahrung mit dem Gefängnis gemacht. Davon berichtet Marion Sattler-Müller, Teamleiterin bei Q-Train, im Pressegespräch. Der Hauptschüler sei kurze Zeit später nochmal im Gefängnis gelandet, nachdem ihn sein Vater rausgeworfen hatte.

Seine angefangene Lehre im Metallbereich brach er ab. Gelegenheitsjobs, Alkohol und dann der Kontakt zum Heroin prägten sein Leben. Mit seiner Lebensgefährtin begann er eine Therapie. Die Frau schaffte den Ausstieg aus der Droge, er nicht. Die Beziehung ging in die Brüche. Es folgte eine Haftstrafe über 44 Monate. Insgesamt saß er über zehn Jahre im Knast.

Bei der Arbeit zurecht finden

Über die Drogenberatung kam Stephan M. schließlich 1998 ins Projekt Q-Train. Er schaffte es, den Methadonkonsum zurückzufahren, arbeitete vorübergehend in einem Betrieb und bekam Stress mit einem Kollegen. In einer zweiten Phase bei Q-Train halfen ihm Psychologen, unter anderem sich besser im Arbeitsprozess zurechtzufinden. Das ist ihm anscheinend mit seiner langjährigen Arbeit in einer Gärtnerei inzwischen gelungen. So wie er absolvierten 61,8 Prozent der Teilnehmer die Betriebsphase. Jochen Wacker, Geschäftsführer der Arge Jobcenter Stadt Pforzheim, schilderte die Vorbehalte, die am Beginn des Projekts dem Thema Drogensucht und Arbeit entgegenstanden. Heute versuche man, die Ressourcen der Betroffenen zu fördern. Martina Schaefer

Eine Fachtagung findet an diesem Freitag im Reuchlinhaus statt aus Anlass von zehn Jahre Q-Train. Das Tagungsmotto lautet „Sucht und Teilhabe“.

07.07.2009
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