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Waldemar Birkle
Waldemar Birkle
Ahmet Kurt
Ahmet Kurt
20.03.2017

Renommierter Reporter porträtiert für sein Buch „Heimaterde“ zwei Pforzheimer mit fremden Wurzeln

Pforzheim. Sie sitzen beide im Internationalen Beirat – besser bekannt unter seiner Bezeichnung Migrationsausschuss –, sind Familienväter, haben woanders ihre Wurzeln, der eine in Kasachstan, der andere im Südosten der Türkei, unweit der syrischen Grenze, haben aber neue Wurzeln hier geschlagen: Waldemar Birkle (43) und Ahmet Kurt (40).

„Sie, die Einwanderer, haben sich in einem ihnen anfangs gänzlich fremden Land ein gutes Leben aufgebaut, eine Familie gegründet. Haben etwas geleistet, etwas beigetragen“, schreibt der preisgekrönte deutsche Reporter Lucas Vogelsang. Für sein Buch „Heimaterde – eine Weltreise durch Deutschland“ ist er quer durch die Republik gereist und hat ganz normale Menschen porträtiert. Für Pforzheim hat er sich mit Birkle, dem AfD-Stadtrat vom Haidach, und Kurt, dem Obst- und Gemüsehändler und neuerdings Pächter der Gastronomie in der Schwarzwaldsängerhalle, – jedem für sich – auf die Spurensuche gemacht: Wo kommen sie her, was brachten sie mit, wie fassten sie Fuß, was treibt sie an und um – in einer Stadt, die außer für Gold dafür bekannt ist, dass sie mit Menschen aus über 140 Nationen den zweithöchsten Migrantenanteil in Deutschland ist. Und eine der Landes-Hochburgen der „Alternative für Deutschland“ ist.

Vom „Hügel“ wechselt Vogelsang in den Kessel, wo Ahmet Kurt seit 30 Jahren lebt und arbeitet. Nicht in das Land der Väter wollte er ziehen, sondern hinaus aus der Hölle des von beiden Seiten erbarmungslos geführten Kampfs zwischen dem türkischen Militär und der verbotenen PKK.

Die Familie Kurt sind Yeziden, mit die ersten, die in Pforzheim kamen. Und viele Jahre die einzigen. Mittlerweile sind es knapp 3000, die meisten von ihnen aus dem Norden Iraks, Kurt sei so etwas wie ihr Bürgermeister. „Für meine Eltern war Deutschland sofort Heimat“, zitiert der Reporter Ahmet Kurt. Vogelsang: „Hier gab es alles. Und er zählt auf, als würde er, der Wirt, die Worte von einer wirklich großartigen Speisekarte ablesen. Menschenrechte, Demokratie, Sicherheit und zum Nachtisch keine Angst. Die Bundesrepublik als Empfehlung des Tages.Mehr lesen Sie am Dienstag in der „Pforzheimer Zeitung“ oder im E-Paper auf PZ-news oder über die Apps auf iPhone/iPad und Android-Smartphones/Tablet-PCs.