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13.07.2011

Reuchlin reitet wieder

Nach der Premiere im Jahre 2005 wird auch mit dem vierten Reuchlin-Ritt am Samstag, 1. Oktober, zu einer Zeitreise in das Mittelalter entführt. Das geschichtsbewusste Team von der Löblichen Singergesellschaft von 1501 Pforzheim hat im Restaurant „Opera“ schon einmal den Vorhang geöffnet.

Samstag, 1. Oktober anno 2011. Der Gelehrte Johannes Reuchlin zieht mit seinem gewandeten einfachen Fußvolk, Rössern und Kutschen als „Kaufmannszug“ von Alt Brettheim her gen Pforzheim. Gleichzeitig sagen zahlreiche Jünger der modernen Neuzeit, allesamt Schüler der Goldstadt, auf dem Waisenhausplatz ihre Meinung zum Thema „Humanismus und das 21. Jahrhundert“. Mit viel Musik, in ihrer ureigenen Sprache und Ausdrucksform erfüllen die Jugendlichen das geistige Werk des Philosophen mit Leben und beziehen Stellung.

500 Jahre nach Erscheinen des „Augenspiegels“, in dem sich Reuchlin vehement gegen die Verbrennung jüdischer Schriften einsetzte, präsentieren seine Jünger vielfältige schulische Projektarbeiten, die sich mit Humanismus und Toleranz befassen. Ohne jegliche Berührungsängste vor „verstaubter“ Geschichte werden die Jugendlichen ganz bewusst den modernen Alltag beleuchten.

Damit es so oder zumindest so ähnlich beim vierten Reuchlin-Ritt zugeht, sucht das geschichtsbewusste Team von der Löblichen Singergesellschaft von 1501 Pforzheim aktive Mitstreiter. Sämtliche Schulen sind eingeladen, sich beim „Johannes Reuchlin war echt cool“-Geschehen einzubringen. „Jeder ist anders - alle sind wertvoll: Komm und mach mit beim Reuchlin-Ritt!“, motiviert Obermeister Frank Hirschfeld, schließlich hatte sich auch schon Reuchlin mutig für Andersgläubige - zumeist gegen den Willen der Allgemeinheit - eingesetzt. So erhält nun die Pforzheimer Jugend die Gelegenheit, die Theatertreppe als Bühne für die „Freiheit der Gedanken“ mit Sprechtheater, Musikstücken oder Sketchen zu nutzen. Sogar ein echtes Konfliktzelt steht für das Spektaculum zum streitbaren Miteinander bereit. Mb