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01.04.2011

Rückläufige Bewerberzahlen auf dem Ausbildungsmarkt

PFORZHEIM. Licht und Schatten auf dem Arbeitsmarkt: Es gibt weniger Bewerber und mehr offene Stellen, aber andererseits ist die Arbeitslosenquote der unter 25-Jährigen mit 4,1 Prozent immer noch eine Schlusslichtposition im Land. Die Pforzheimer Arbeitsagentur legte bei einem Pressegespräch ihre Halbjahresbilanz zur Entwicklung der Jugendarbeitslosigkeit vor.

Walter Reiber, Vorsitzender der Geschäftsführung, kann sich nicht erklären, woran es liegt, dass immer noch 4,1 Prozent der unter 25-Jährigen im Bezirk Pforzheim/Enzkreis arbeitslos sind. Das sind genau 802 Arbeitslose im März (Vormonat 861). Davon entfielen 477 auf die Stadt Pforzheim und 325 auf den Enzkreis. Insgesamt gesehen sieht Reiber die Wirtschaftskrise als überwunden an, was sich auch in positiven Gesamtzahlen widerspiegelt: Ende März waren 1432 Ausbildungsstellen gemeldet (15,7 Prozent mehr als im Vorjahr). Die Nachfrage nach freien Ausbildungsplätzen ging in der gleichen Zeit um 3,2 Prozent auf 1403 Bewerber zurück. 760 Bewerber bleiben vorerst unvermittelt (minus 16 Prozent). 728 Ausbildungsstellen sind unbesetzt (plus 21,5 Prozent).

„Wer einen Metallberuf hat, ist zukunftssicher aufgestellt“, sagte Reiber, wobei IHK-Hauptgeschäftsführer Martin Kepler ergänzte: „Allerdings müssen diese Bewerber Winkelfunktionen berechnen können.“ Keppler betonte, dass der Wettbewerb um die besten Bewerber in vollem Gange sei.Einen Ausbildungsplatz gebe es nicht direkt vor der Haustür.

Auch Werner Eitel (Teamleiter der Berufsberatung) und Sibylle Fischer (Pressestelle der Agentur für Arbeit) freuten sich, dass die Ausbildungsbereitschaft der Betriebewieder deutlich gestiegen sei. Viele Arbeitgeber tendierten dazu, den eigenen Nachwuchs selbst auszubilden und so dem drohenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Erfahrungsgemäß seien bis März 75 Prozent aller Ausbildungsstellen gemeldet. Wer noch einen Ausbildungsplatz zur Verfügung stellen könne, sollte dies umgehend der Agentur für Arbeit melden.

Das Verhältnis freier Ausbildungsstellen zu unversorgten Bewerbern sei rein rechnerisch annähernd ausgeglichen. Allerdings passten die freien Stellen nicht immer zu den Profilen und Berufswünschen der Jugendlichen.

Michael Reichel, Vertreter der Außenstelle Pforzheim der Handwerkskammer Karlsruhe, sagte, dass 111 neue Ausbildungsplätze im Handwerk geschaffen worden seien.