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Wollen Pforzheim nach vorne bringen (von links): Uwe Staib, Piet van den Boom, Gerhard Baral, Sibylle Schüssler, Jacqueline Roos und Wiestaw Kramski stellen sich im PZ-Forum den kritischen Fragen von PZ-Redakteur Marek Klimanski. Foto: Seibel
Wollen Pforzheim nach vorne bringen (von links): Uwe Staib, Piet van den Boom, Gerhard Baral, Sibylle Schüssler, Jacqueline Roos und Wiestaw Kramski stellen sich im PZ-Forum den kritischen Fragen von PZ-Redakteur Marek Klimanski. Foto: Seibel
19.10.2016

Schmuckjubiläum: Höchste Zeit zu glänzen für die Goldstadt

Ist das Jubiläumsfestival „Goldstadt 250“ Pforzheims letzte Chance? Zugegeben, der Titel der Podiumsdiskussion im PZ-Forum am Montagabend war provokant formuliert „Zu viele haben sich innerlich längst von dieser Stadt verabschiedet“, gab PZ-Verleger Albert Esslinger-Kiefer eingangs zu bedenken. Die Aufenthaltsqualität müsse deutlich verbessert werden.

Pforzheim. Wenn nicht jetzt, wann dann? Da waren sich die Diskussionsteilnehmer einig: der Gesamtkoordinator Gerhard Baral, Bürgermeisterin Sibylle Schüssler, Stadträtin und Goldschmiedin Jacqueline Roos, Schmuckdesigner Piet van den Boom, der Präsident des Bundesverbands Schmuck und Uhren, Uwe Staib, sowie Wiestaw Kramski, Chef des gleichnamigen Unternehmens mit Sitz in der Goldstadt.

„Diese Chance dürfen wir nicht vorbeiziehen lassen“, betonte Baral vor fast 200 Besuchern – und fügte augenzwinkernd hinzu: „Wir können natürlich auch warten, bis wir das 500. Jubiläum feiern.“ Der Koordinator von „Goldstadt 250“ möchte mit dem vielfältigen Programm mit Beteiligung ganz unterschiedlicher Einrichtungen und Unternehmen ein neues Wir-Gefühl schaffen. „Wir müssen diesen Schwung mitnehmen“, ergänzte Bürgermeisterin Schüssler mit Blick auf die geplante „Ornamenta“ im Jahr 2022.

Kritik übte derweil SPD-Stadträtin Roos. Es sei viel Zeit damit vergeudet worden, zu debattieren. „So ein Jubiläum fällt ja nicht vom Himmel“, so die Goldschmiedin. Das Vorgehen erinnere sie an ein wenig an diejenigen, die ganz plötzlich bemerkten, dass ja Weihnachten vor der Tür steht. Kurzum: „Wir hätten mehr aus dem Jubiläum machen können“, kritisierte sie. Es sei versäumt worden, die Marke Goldstadt nachhaltig zu stärken. Dies bekräftigte van den Boom, der 1974 in die Stadt kam: Zu vorsichtig sei die Leistungsfähigkeit der Stadt in der Vergangenheit kommuniziert worden. „Und an diesem Grundton hat sich nichts geändert.“

Genau da soll das Jubiläum ansetzen. „Keiner hätte erwartet, dass sich eine solche Eigendynamik entwickeln würde“, so Staib, Präsident des Bundesverbands Schmuck und Uhren, der als Hauptsponsor auftritt, über erste Erfolge. Ein Beispiel ist das gemeinsame Projekt der hiesigen Trauringhersteller. „Dass am Markt konkurrierende Unternehmen so zusammenarbeiten, macht Mut“, sagte Baral. Ebenso die Tatsache, dass sich inzwischen bereits 60 Partner zu ihrer Stadt bekennen. Inzwischen bringen es die Sponsoren auf 2,3 Millionen Euro. „Das ist mehr als die bereitgestellten städtischen Mittel.“

Apropos städtische Mittel: Immer wieder war in den vergangenen Monaten die Kritik laut geworden, wie eine Stadt mit einer solch prekären Haushaltslage Geld für die geplanten Feierlichkeiten übrig haben kann. Neben der Identitätsstiftung soll das Jubiläum Pforzheim als Wirtschaftsstandort stärken. „Wo stehen wir denn heute?“, fragte PZ-Redakteur und Moderator Marek Klimanski, der darauf anspielte, dass in Pforzheim „nicht alles glänzt“. „Wir stehen vor einer enormen Herausforderung im sozialen Bereich“, so Stadträtin Roos. Pforzheim müsse als Wirtschaftsstandort nachhaltig gestärkt werden, „um die Einnahmenseite zu erhöhen“.

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