

Schmunzeln ist gesund, und auf dem OechsleFest gibt es viel zum Lachen. Das wissen die beiden Gastronomen-Urgesteine Manfred Daudert (72) und Dietmar Weiß (67) am Besten. Anlässlich des 25. OechsleFestes plauderten die beiden gestern aus dem Nähkästchen. Seit dem ersten OechsleFest im Jahr 1986 sind die beiden dabei.
„Weißt Du noch, wie das OechsleFest durch seinen Trinkspruch auf den Gläsern schon beim ersten Mal bundesweit für Schlagzeilen sorgte, die Pforzheimer Frauenbeauftragte auf den Plan rief und die Goldstadt deswegen im Heute-Journal erwähnt wurde?“, fragt Daudert und lacht.
„Ja, unvergessen“, antwortet Dietmar Weiß, der auch schmunzelt. Der Spruch „Alter Wein und junge Weiber sind die besten Zeitvertreiber“ sei damals als frauenfeindlich eingestuft worden. „Ich weiß noch genau, wie ich mit einem Blumenstrauß zur Frauenbeauftragten ging, um die Wogen zu glätten, aber sie sah den Blumengruß als Bestechung an und ließ ihn mir vom Fahrer des Oberbürgermeisters wieder ins ,Hasenmayer’ zurückbringen“, sagt Weiß. „Da hat diese Fahrt die Stadt ja mehr gekostet, als der Blumenstrauß wert war“, mischt sich Erster Bürgermeister Roger Heidt in die lustige Anekdoten-Runde am OechsleFest-Brunnen ein. Da zeigt der Smiley am Hemd von Weiß seine Zähne. „Diesen Smiley hat mir der CityManager Rüdiger Fricke extra besorgt, weil ich nicht nur ein lachendes Markenzeichen haben wollte, denn die Wirte haben wirklich nicht immer nur zu lachen“, so Weiß.
Umso erfrischender verlaufen die OechsleFest-Erinnerungen. „Dieses bundesweite Aufsehen, das das erste Pforzheimer OechsleFest verursacht hat, führte dann dazu, dass die Pforzheimer in der Bierstadt München den ersten badischen Weinkonvent mit OechsleFest-Stuben abhalten konnten“, erinnert sich Weiß. Der damalige Münchener OB Georg Kronawitter habe den früheren Pforzheimer OB Joachim Becker im Rahmen eines Städtetag-Treffens darauf angesprochen und den Deal perfekt gemacht.
Später seien die OechsleFest-Sprüche auf den Weingläsern dann mit Hilfe der PZ-Leser getextet worden – „und kaum kommt die PZ ins Spiel, gibt es keine Probleme mehr“, meinen Weiß und Daudert übereinstimmend.
„Diese bundesweiten Schlagzeilen hat das Pforzheimer OechsleFest inzwischen nicht mehr nötig, denn es ist äußerst bekannt, auch wegen der jahrzehntelangen Präsenz auf der Internationalen Tourismusbörse in Berlin“, freut sich Roger Heidt. Scherzhaft fügt er hinzu: „Die Stadt bleibt aber weiterhin im Gespräch – keine Angst – allein schon wegen der Derivate.“
In Bremerhaven, Bochum und Hameln hatte das Pforzheimer OechsleFest schon gemütliche Laubenwochen, aber das denkwürdigste Missgeschick passierte ausgerechnet der Schwiegertochter von Manfred Daudert, vor rund 15 Jahren, als sie als Bedienung tätig war und über einen Sonnenschirm stolperte, den ein Gast weggedreht hatte. So landete ein lecker angemachter Wurstsalat auf den Haaren einer Besucherin. „Da half es auch nichts mehr, als sie versuchte, der Frau die Wurstsalat-Streifen wieder zu entfernen“. so Daudert, der heute darüber lacht. „Sie bekam natürlich einen neuen Wurstsalat angeboten, aber sie wollte den nicht mehr – sie hatte offensichtlich genug davon, sagt er. „Ihre Friseurrechnung wurde aber bezahlt – da lässt sich ein OechsleWirt nicht lumpen“, sagt Daudert.
Das OechsleFest läuft bis Sonntag um 23 Uhr mit einem großen Programm zum Abschluss.
Autor: Roger Rosendahl | Pforzheim