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10.05.2011

Sprachförderklassen werden aufgelöst: 150 irakische Kinder an andere Schulen verteilt

PFORZHEIM. Nach dem Willen des alten Kultusministeriums sollen die Vorbereitungsklassen für Schüler mit Sprachförderbedarf dezentralisiert und die Kinder – vorwiegend Iraker – vermehrt in Regelklassen integriert werden. „Die Entscheidung liegt nicht bei uns“, sagt Maria Dittmann, Rektorin der Insel-Grundschule. Wenn sich jemand auskennt mit irakischen Flüchtlingen und ihren Kindern, dann sie und ihre Kollegen. Oder Helmut Schmitt, Rektor der Buckenbergschule.

14 Vorbereitungsklassen gibt es derzeit, zehn an der Insel-Grund- und Insel-Hauptschule sowie vier an der Buckenbergschule. Die Kinder, so die Idee des Kultusministeriums, sollen in dem Schulbezirk unterrichtet werden, wo sie wohnen. Besonders betroffen sein werden die Nordstadtschule, die Südstadtschule, die Weiherbergschule und die Brötzinger Schule. Im Prinzip sind die Rektoren, die am Mittwoch ein Gespräch mit Schulamtsdirektor Klaus Blisch führen, mit dem Konzept einverstanden. Doch sie weisen auch auf die Schwierigkeiten hin, fordern Nachbesserungen und eine Integration der gesamten Familie in den Stadtteil, in dem diese leben. Das Diakonische Werk befürchtet bei einem Wegfall der Vorbereitungsklassen einen Verlust bei der Motivation der lernwilligen Kinder – weil die Schwierigkeiten zu groß seien, als dass sie diese in einer Regel-Klasse meistern könnten. Uwe Herzel, Sprecher des Regierungspräsidiums, korrigiert den Eindruck, die Vorbereitungsklassen würden abgeschafft und ersetzt durch den Regelunterricht: Die Förderklassen blieben bestehen, würden jedoch dezentralisiert, und an den betreffenden Schulen werde ein „sanfter Übergang“ in den Regelunterricht angestrebt. Das hat Schmitt an der Buckenbergschule bereits getan – mit großem Erfolg.