

PFORZHEIM. Der Stadtjugendring wird aufgrund des Sparkurses der Stadt mit weniger Geld auskommen müssen. Die Verantwortlichen fürchten um zwei Mitarbeiterstellen und um die Schließung einer Einrichtung für Jugendliche.
Es könnte das Haus der Jugend im Benckiserpark treffen. Eine etablierte Einrichtung, die mit Schulen kooperiert, einen offenen Bereich hat, Ferienprogramme anbietet und Treffpunkt ist für die alternative Musikszene. Mehrere tausend Kinder und Jugendliche nutzen das Haus jährlich, allein 40 bis 50 Jugendliche treffen sich regelmäßig im offenen Bereich. Laut Stadt sollen die freien Träger im Rahmen des Konsolidierungskurses bis zu 15 Prozent ihres Budgets einsparen. Bei einem Budget von 1,5 Millionen Euro müsste der Stadtjugendring (SJR) mit 225 000 Euro weniger auskommen.
„Wir müssen unseren Anteil an der Krise tragen“, erklärt Stadtjugendringchef Hartmut Wagner. Mehr als sechs Prozent Einsparungen gingen bei einer Einrichtung wie dem SJR, deren größter Kostenblock die Sozialarbeiter sind, an die Existenz. „Eine mobile Jugendarbeit, die sich nur noch einmal pro Woche auf der Straße blicken lässt, ist sinnlos. Ebenso ein Jugendtreff, der weniger als dreimal wöchentlich geöffnet ist“, sagt Wagner. Eine Stadt mit einer derart hohen Jugendarbeitslosigkeit brauche jeden einzelnen der acht Streetworker und auch die Hilfen beim Übergang von der Schule in den Beruf. Er rechnet damit, zwei von 32 Stellen zu verlieren und eine Einrichtung wie das Haus der Jugend schließen zu müssen.
Wagner hat Verständnis für die Sparbemühungen der Stadt, fordert aber dazu auf, alle Bereiche gleichermaßen auf den Prüfstand zu stellen. Dazu gehöre auch das Bauwesen und die Überprüfung, ob das neue Hilda-Gymnasium in dem geplanten Umfang gebaut werden müsse. Mit dem geforderten Sozialcontrolling müsse eine Bedarfsplanung für die Stadt einhergehen. Für die beliebte Spielstadt Puzzleheim gibt Wagner Entwarnung. „Sie finanziert sich selbst.“
Allerdings würden die Beiträge wohl erhöht werden müssen. Künftig müsse der Stadtjugendring mehr Drittmittel beschaffen. Schon jetzt machten sie 25 Prozent des Gesamtbudgets aus.
Autor: MARTINA SCHAEFER





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