

PFORZHEIM. Im Jahr 2011 wird der Stadtjugendring vermutlich 200.000 Euro einsparen müssen. Umgerechnet handelt es sich dabei um vier Mitarbeiterstellen. Die gute Nachricht: Das „Haus der Jugend“ bleibt vorerst erhalten.
Die Befürchtungen, die der Stadtjugendring aufgrund des städtischen Sparkurses hatte, haben sich bewahrheitet: Am Dienstag hatte Geschäftsführer Hartmut Wagner ein Gespräch mit der Stadtverwaltung. In diesem Jahr muss der Stadtjugendring keine Kürzungen hinnehmen, aber im kommenden Jahr muss eine Summe von insgesamt 269 000 Euro eingespart werden. Das entspricht 17,5 Prozent und sind umgerechnet theoretisch fünf Stellen. Insgesamt hat der Stadtjugendring ein Haushaltsvolumen von rund zwei Millionen Euro, wobei rund 1,5 Millionen Euro an städtischen Zuschüssen in die Kasse der Stadtjugendring (SJR) Betriebs GmbH fließen.
Allerdings hofft Wagner, dass die Stadtverwaltung es ermöglicht, die Kürzung auf 200 000 Euro zu senken, beispielsweise durch das Reduzieren von Betriebskosten. Dann müsste der Geschäftsführer jedoch immer noch vier Stellen streichen. In welchen Bereichen diese Personalkosten eingespart werden, ist laut Wagner noch unklar.
Klar ist aber, dass es sich dabei nur um die Bereiche „Mobile Jugendarbeit und Jugendfreizeitstätten“ handeln kann. Der Geschäftsführer selbst will in den Bereichen „Streetwork Innenstadt und West sowie Nordstadt-Treff“ nicht den Rotstift ansetzen. Allerdings sieht Wagner die Gefahr, dass „der eine oder andere Jugendraum zugesperrt werden muss“. Und auch in der Verwaltung des Stadtjugendrings muss kräftig gekürzt werden.
Jedoch hat Wagner aus dem Rathaus die Nachricht erhalten, dass das „Haus der Jugend“ im Benckiserpark erhalten bleibt.
Oberbürgermeister Gert Hager bestätigt auf PZ-Anfrage, dass das „Haus der Jugend“ als Jugendhaus erhalten bleibt. „Wir haben nicht vor, das Haus abzureißen, es hat für Pforzheim eine hohe Bedeutung“, so Hager. Allerdings bleibt für den Stadtjugendring die Frage, wie die Angebote für die Jugendlichen künftig dort aussehen sollen. „Wir werden einen Einsparplan vorlegen“, kündigt Wagner an. Allerdings fordert der ausgebildete Diplompädagoge – wie es ebenfalls schon Caritas und Diakonie mehrfach angemahnt hatten – einen Gesamtplan für die Stadtentwicklung auch für den sozialen Bereich.
Deshalb werden alle nicht-gemeinderätlichen und beratenden Mitglieder auch für die kommende Jugendhilfe-Ausschusssitzung, den Antrag stellen, dass der Kürzungskatalog der Stadtverwaltung für alle Träger offengelegt wird. Verwundert ist der Geschäftsführer auch darüber, dass sich bislang noch keine Fraktion oder einzelne Stadträte zum Thema „Sparkonzept“ zu Wort gemeldet haben. „Das verunsichert mich doch sehr, das man von der Politik nichts hört.“
Autor: Dorothee Messmer





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