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Beatrice Suppes von der Kriminalprävention wird im Vorfeld von Bauvorhaben als Expertin um ihre Empfehlungen gebeten.
Beatrice Suppes von der Kriminalprävention wird im Vorfeld von Bauvorhaben als Expertin um ihre Empfehlungen gebeten.
16.10.2016

Städtebauliche Gewaltprävention in einzigartiger Form

So etwas gibt’s in keinem anderen Polizeipräsidium in Baden-Württemberg: eine Polizeibeamtin im gehobenen Dienst mit abgeschlossenem Architekturstudium – wie gemacht für städtebauliche Kriminalprävention: Beatrice Suppes (39), Oberkommissarin, zweifache Mutter, Ansprechpartnerin für Bauvorhaben von Städten und Kommunen im Bereich des Polizeipräsidiums Karlsruhe, unter anderem auch für die mit dem Errichten von Flüchtlingsunterkünften befassten Baugenossenschaften in Pforzheim.

„Das bauliche Umfeld beeinflusst das Verhalten der Menschen“, sagt Suppes – wissenschaftlich erwiesen. So hat sie nicht nur ihre Parameter, die sie als Gutachterin an die ihr vorliegenden Pläne anlegt – Lage, Standort, Anschluss an den öffentlichen Personennahverkehr, Erschließung, Verkehrsanbindung, Beleuchtung.

Sondern auch Empfehlungen auszusprechen. Beispielsweise für das Erstellen eines präventiven Sicherheitskonzepts für den Campus Süd des KIT (Uni) in Karlsruhe oder die Kooperation mit der Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft (KASIG), eigens gegründet für das Mega-Bauvorhaben in der Fächerstadt: die Kombilösung von S- und U-Bahn – dem Verkehrsinfrastrukturprojekt für Karlsruhe.

Und in Pforzheim für die zwölf dezentralen Flüchtlingsunterkünfte, von denen jedes maximal 40 Kriegsflüchtlinge – nach dem Wunsch der Stadtverwaltung und des Gemeinderats – beherbergen soll. Sozialverträglich? Optisch eingegliedert? Einsehbar? Gut beleuchtet? Suppes muss naturgemäß noch schärfere Maßstäbe anlegen, weiß um die Sensibilität des Themas Flüchtlinge, sowohl was die Befindlichkeit der Anwohner betrifft als auch das Sicherheitsbedürfnis der Flüchtlinge selbst.

Auch Schutz für Senioren

Letzteres gelte auch für den Bau von Seniorenheimen, sagt Suppes: Durch bauliche und technische Maßnahmen müsse es potenziellen Straftätern so schwer wie möglich gemacht werden, ältere Mitmenschen – beispielsweise mit üblen Tricks – zu überrumpeln.