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Suche nach den klugen Kindern

PFORZHEIM. Der Wirtschaftsrat Pforzheim plant ein bundesweites Pilotprojekt für hochbegabte Schüler aus Migrantenfamilien in Pforzheim. Dabei kann der Wirtschaftsrat bereits auf ein Modellprojekt mit dem Namen „Schatzsuche – begabte Kinder finden und fördern“ verweisen, das seit dem Sommer durch die Unterstützung des Lions Clubs Pforzheim und der Sparkasse Pforzheim Calw an der Insel-Schule und der Schanzschule organisiert wird, teilt Georg Wellendorff, Sprecher der Sektion Pforzheim des „Wirtschaftsrats“ mit (die PZ berichtete).

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Dieses Projekt wurde entwickelt von CDU-Stadtrat Holger Isensee. „Wir wollen, dass alle Grundschüler hiervon profitieren können. Daher wollen wir das Projekt auf alle Grundschulen ausweiten“, teilt Isensee mit. Bei schätzungsweise bis zu 100 hochbegabten Schülern pro Grundschuljahrgang sei mit Kosten von rund 200 000 Euro zu rechnen.

Keine ausreichende Förderung

Verschiedene Studien haben laut Wirtschaftsrat gezeigt: Sehr begabte Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund werden an den deutschen Schulen meist nicht ausreichend gefördert. Vor allem durch Sprachdefizite und fehlende Unterstützung aus dem Elternhaus fehle ihnen oft eine adäquate Förderung. Der Weg an das Gymnasium sei ihnen damit meist verbaut.

Auch in Pforzheim besteht nach Ansicht des Wirtschaftsrates Handlungsbedarf. Während nur sieben Prozent der Schüler an den Pforzheimer Gymnasien aus Migrantenfamilien stammen, betrage ihr Anteil an den Hauptschulen 44 Prozent. Viel zu wenige Schüler mit Migrationshintergrund schaffen den Übergang an das Gymnasium. „Dieses Potenzial dürfen wir nicht länger ungenutzt lassen“, sagt Georg Wellendorff. „Zum anderen wissen wir: Schüler, die ständig unterfordert sind, stören häufig den Unterricht und verweigern irgendwann den Schulbesuch. Daraus ergeben sich auch in Pforzheim große Probleme.“

Der Pforzheimer Wirtschaftsrat plant daher ein Pilotprojekt zur spezifischen Förderung hochbegabter Schüler. Schirmherr ist der CDU-Bundestagsabgeordnete Gunther Krichbaum: „Die Idee hat mich sofort begeistert. Wir dürfen das Potenzial, das in diesen Kindern schlummert, nicht verschenken“, so Krichbaum.

Da leider auch bei deutschen Schülern zunehmend festzustellen sei, dass die Eltern ihre Kinder nicht ausreichend fördern könnten, soll sich das Projekt nach dem Willen des Wirtschaftsrates auf alle Schüler erstrecken. Ziel sei es daher, alle Grundschüler nach ihrer Einschulung auf ihre Begabung zu testen. Im Anschluss sollen dann für jene, die dem Bereich der „Hochbegabung“ zuzurechnen sind, individuelle Fördermaßnahmen entwickelt werden. pm

17.09.2009
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