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Gemeinsame Sache: Christian Veith, Zeugen- und Prozessbegleitung, Sabine Redetzki, Opfereinsatz auch im Ruhestand, Michael Melcher, Kriminalpolizei Karlsruhe, und Patricia Sanchez (von links), Zeugen- und Prozessbegleitung, am kindgerechten Modell eines Gerichtssaals. Tilo Keller
Gemeinsame Sache: Christian Veith, Zeugen- und Prozessbegleitung, Sabine Redetzki, Opfereinsatz auch im Ruhestand, Michael Melcher, Kriminalpolizei Karlsruhe, und Patricia Sanchez (von links), Zeugen- und Prozessbegleitung, am kindgerechten Modell eines Gerichtssaals. Tilo Keller
16.10.2016

Tag des Opferschutzes im Bürgerhaus Buckenberg-Haidach

Dass Opfer einer Straftat nicht alleine mit der Situation fertig werden müssen, ist beim Tag des Opferschutzes im Bürgerhaus Buckenberg-Haidach deutlich geworden. Das Polizeipräsidium Karlsruhe hat diese Veranstaltung erstmals in Pforzheim realisiert, bei der sich verschiedene Organisationen und Einrichtungen mit ihren Angeboten vorgestellt haben.

Moderiert wurde der Nachmittag von Stadtrat Jörg Augenstein, Hans Draskowitsch umrahmte die Veranstaltung musikalisch.

„Wir zeigen den Weg auf“, sagte Polizeipräsident Günther Freisleben vom Polizeipräsidium Karlsruhe bei der Begrüßung der Eröffnungsgäste, darunter die Landtagsabgeordneten Hans-Ulrich Rülke und Erik Schweickert (beide FDP) sowie Stefanie Seemann (Grüne). „Die Bundesrepublik hält einiges zur Verfügung, um Opfern zu helfen, aber manchmal braucht es ein wenig Hilfe, den richtigen Weg zu finden.“

Auch Dirk Büscher, neuer Erster Bürgermeister der Stadt Pforzheim, hielt es für wichtig, die Beratungsstellen ins Licht zu rücken. „Opferschutz ist eine wichtige gesellschaftliche Aufgabe“, stellte er fest.

„Opferschutz fängt bei der Prävention an und dazu gehört auch, den öffentlichen Raum so umzugestalten, dass man sich sicher fühlt.“ Wolfgang Schick richtete als Vertreter des Referates Prävention beim Polizeipräsidium Karlsruhe das Wort an die Besucher und stellte die verschiedenen regionalen und überregionalen Organisationen vor, die an ihren Ständen weitere Informationen parat hielten.

Dazu gehörte die Kriminalpolizeiliche Beratungsstelle Karlsruhe, das Projekt Schutzengel, Weisser Ring Pforzheim/Enzkreis, Ökumenisches Frauenhaus Pforzheim/Enzkreis, Fachstelle Häusliche Gewalt Pforzheim/Enzkreis, Behandlungsinitiative Opferschutz Karlsruhe, Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, Lilith, die S & G Stiftung Karlsruhe, das Pilotprojekt „Psychosoziale Prozessbegleitung Karlsruhe“ sowie das Projekt „Opfereinsatz auch im Ruhestand“. Sabine Redetzki und Johannes Bürger vom Projekt „Opfereinsatz auch im Ruhestand“ erinnerten sich im Gespräch mit der PZ an verschiedene Fälle, wie der der alten Dame, die durch einen Brand viel verloren hatte oder das Ehepaar, das nach einem Überfall an der Bushaltestelle unterstützt wurde. „Die Polizeidienststelle tritt an uns heran, selbstverständlich mit dem Einverständnis des Betroffenen“, erklärten die beiden ehemaligen Polizeimitarbeiter. „Wir trösten und helfen auch bei Formalitäten oder beim Gang vor das Gericht.“

Ein nachgestellter Gerichtssaal mit Playmobilfiguren hatte das Pilotprojekt „Psychosoziale Prozessbegleitung Karlsruhe“ dabei. „So kann der Ablauf bei Gericht erklärt werden“, sagte Christian Veith von der Zeugen- und Prozessbegleitung. „Da kommt vor allem auf Kinder viel zu.“

Ergänzt wurden die Informationsstände durch eine Vortragsreihe, die die Thematik weiter beleuchtete, vom Opferschutz des Polizeipräsidiums über Schutz vor dem „Enkeltrick“ bis hin zu opferspezifischen Rechten.