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Ausgetrunken: Künftig sollen Tankstellen, Kioske und Supermärkte keine Treffpunkte mehr für jugendliche Trinkwütige darstellen.
Ausgetrunken: Künftig sollen Tankstellen, Kioske und Supermärkte keine Treffpunkte mehr für jugendliche Trinkwütige darstellen.
© Seeger

Tankstellen wollen ausschenken dürfen

Jugendliche, die sich zum Vorglühen noch das eine oder andere Sixpack an der Tankstelle genehmigen und anschließend wilde Saufgelage feiern, damit soll Schluss sein. Baden-Württemberg hat zum 1. März ein neues Gesetz eingeführt, wonach an Tankstellen, Kiosken und Supermärkten zwischen 22 und 5 Uhr kein Alkohol mehr verkauft werden darf. „Grundsätzlich ein guter Gedanke“, findet Wolf-Dietmar Kühn, Leiter des Ordnungsamts in Pforzheim.

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Aber: Bislang gebe es keine zusätzlichen Polizisten zu einer verstärkten Kontrolle des neuen Gesetzes. Ist dann ein derartiges Gesetz überhaupt zu stemmen? Auch Kühn hegt leise Zweifel, da junge Leute seiner Meinung nach durchaus in der Lage seien nachzurechnen. Sie würden ihren Alkohol einfach vor 22 Uhr im billigen Discounter nebenan einkaufen.

Als generelle Verlierer sehen sich die Tankstellenbetreiber in Pforzheim, so Siegbert Morlock, Leiter der Abteilung Gewerbe im Ordnungsamt: „In der ersten Woche sind bereits mehrere Anträge auf Gastro-Konzessionen eingegangen.“ Mit diesen Konzessionen können Tankstellen weiterhin legal Alkohol ausschenken., wenn auch nur innerhalb der eigenen vier Wände.

Mit gemischten Gefühlen betrachtet Sabine Fingberg das neue Gesetz. Sie ist Sozialpädagogin bei der AG Drogen in Pforzheim und kennt sich aus mit Jugendlichen, die zu viel trinken. Sie begrüße grundsätzlich, dass das Land sich der Thematik annehme und die Öffentlichkeit sensibilisiere. Dennoch dürfe nicht außer Acht gelassen werden, dass mehr Aufklärungsarbeit vorgenommen werden müsse. Damit müssten sich einerseits die Schulen befassen, andererseits aber auch die Eltern angesprochen werden. Oft fehle in diesem Bereich die Kommunikation.

Eine Woche nach Einführung des Gesetzes kann die Polizei noch von keinen Verstößen gegen das Alkoholverbot berichten. Für eine umfassende Bilanz ist es allen Beteiligten jedoch noch zu früh. Miriam Fuchs

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Leserkommentare (19)

Mehr Kommentare
1
Skeptiker_PF | 09.03.2010 | 19:45

Seh ich genauso, wenn sie sich das Zeug nicht mehr bei Tankstellen kaufen dann wird eben vor 22Uhr beim Supermarkt wesentlich mehr gekauf damit man für später noch etwas hat mehr...

2
Lurchi | 09.03.2010 | 22:55

Ganz lustig ist ja, dass man Gaststätten von der Regelung ausgenommen hat. Schon wieder Klientel-Politik der FDP? Da war doch was mit der Mehrwertsteuer neulich und dicken Hoteliers-Spenden an die FDP. Honi soit qui mal y pense. Aber ansonsten: Schwachsinn. Was halbseiden zu regeln. Und der Clou dabei: Tankstellen mit Konzession dürfen weiter verkaufen. So was von durchdacht... mehr...

3
Else | 10.03.2010 | 06:57

Also der Name scheint da System zu sein: Tankstellen - da tankt der Deutsche Bürger eben. Und vollgetankt klappts dann auch wieder mit dem Verkehr! mehr...

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