


PFORZHEIM. Alles – nur nicht von der Stange: So haben die stolzen Besitzer von veränderten Autos am Sonntag auf der Wilferdinger Höhe ihre fahrbaren Untersätze zur Schau gestellt – tiefer gelegt, mit gewaltigen Auspuff- und Sound-Anlagen.
Als Matthias Wetsch im Jahr 2004 seinen Honda S 2000 gebraucht kaufte, sah der Zweisitzer ohnehin sportlich aus – aber, ganz, ganz anders, als er ihn an diesem Tag präsentiert. Zehn Zentimeter breiter ist er nun, fünf Zentimeter tiefer, zwei dicke Auspuffrohre, schwarze Chromfelgen, Heckspoiler, in einer Farbe lackiert, die der Fachmann als „green ultimate mit icepearls“ treffend beschreibt. Einiges Herzblut hat der Pforzheimer Heizungsbauer investiert, aber lange nicht so viel wie andere. Seine Freundin Katharina nimmt’s gelassen. Keine Frage: Auch sie darf den Blickfang steuern.
„Meine Freundin gab’s schon vor dem Auto – und wir sind immer noch zusammen“, sagt Albert Bortmes. Als der Reutlinger noch Lehrling war, hat er sich zwar den 96er-Renault Mégane gekauft, allerdings war mangels Verdienst an Tuning nicht zu denken. Das sah anders aus, als er endlich Geld verdiente und vieles seinem Hobby unterordnete. Mittlerweile hat er schätzungsweise 30 000 Euro in das rundum veredelte Showcar gesteckt. Perlmutt metallic steht es da, das Dach irritiert den Betrachter mit Schachbrettmuster, ebenso die Motorabdeckung, das Leder innen drin samt Armaturenbrett. Im Kofferraum hat er zwei Monitore – einer davon 17 Zoll – eingebaut: Man will ja unterhalten werden, wenn man bei so einer Zurschaustellung sitzt und die neugierigen Besucher an sich vorbeiflanieren lässt.
Zum dritten Mal richtet der seit 2004 bestehende Pforzheimer Verein cartune destination das Ereignis aus. Standesgemäß versperrt ein tiefer gelegter orangener Sportwagen den Zugang zum Parkplatz des Fachmarkzentrums auf der Wilferdinger Höhe. Es ist rappelvoll. Rund 400 Autos, schätzt der Vereinsvorsitzende Felix Engel, werden hier versammelt sein. Es röhrt und röchelt, wenn der Sprit durch den Vergaser eines alten Achtzylinder-Chevrolets fließt und der Fahrer im Leerlauf mal so richtig Gas gibt. Ein Mikrofon misst die Lautstärke – passt.
Wer will, kann sein getuntes Auto bewerten lassen. Eine der Kategorien lautet unter anderem „Performance“, also der Auftritt als Gesamtkunstwerk. Aber das sind sie alle an diesem Tag.
Autor: Olaf Lorch-Gerstenmaier





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Leserkommentare (1)
Mehr KommentareWas dem einen sin Uhl, ist dem andern sin Nachtigall. Obwohl man sich mit diesem Betrag natürlich auch ein richtiges Auto kaufen könnte ;-) mehr...