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27.04.2010

Trickbetrüger bringen Seniorinnen um Hab und Gut

PFORZHEIM/LUDWIGSBURG. Gleich zwei Fälle von dreister Trickbetrügerei wurden am Dienstag bekannt. Die Opfer: eine 80-jährige Pforzheimerin und eine 88-Jährige Ludwigsburgerin, denen Bargeld und Schmuck gestohel wurden. Der Dieb in Ludwigsburg hatte sich als Kriminalbeamter ausgegeben und durchsuchte dann die Wohnung der 88-Jährigen. Bei einem Fall in Pforzheim kam er Dieb ebenfalls unter einem Vorwand in die Wohnung der alten Frau: Er wollte einen Zettel haben.

Reingelegt wurde eine 80-jährige Frau an der Tilsiter Straße am Montag gegen 10.00 Uhr, die auf ihrem Balkon in ihrer Wohnung saß und nähte. Von einem vor ihr stehenden Mann wurde sie angesprochen, die Wohnungstür zu öffnen. Da die Frau von einem Verwandten ausging, öffnete sie die Wohnungstür. Der Unbekannte fragte nach einem Notizzettel, der ihm dann ausgehändigt wurde und beschriftete diesen.

Im Anschluss daran wollte der Unbekannte mehrere Geldscheine in einen Hunderteuroschein gewechselt haben. Nachdem der Unbekannte mit dem Wechselvorgang nicht zufrieden war, forderte er die 80-Jährige auf, ihren Ehemann nach einem Hunderteuroschein zu fragen. Nachdem ihm gesagt wurde, dass auch er keinen Hunderteuroschein hat, verließ der Unbekannte die Wohnung und entwendete dreihundert Euro, die auf der Kommode im Flur abgelegt waren.

Der Unbekannte wird wie folgt beschrieben: etwa 30 Jahre alt, 180 cm groß, dunkler Teint, kräftige Statur, ohne Bart und ohne Brille, schwarze kurze Haare, bekleidet mit schwarzer Jacke und Jeanshose, sprach gebrochen deutsch.

Hinweise zu dem Unbekannten nimmt der Polizeiposten Buckenberg unter Telefon 07231/965593 entgegen.

 


 

Auf besonders dreiste Art und Weise hat sich ein Unbekannter am Montag gegen 13:45 Uhr Zutritt zur Wohnung einer 88-jährigen Seniorin in Ludwigsburg verschafft. Der Mann täuschte vor Kriminalbeamter zu sein und bei der Seniorin wegen eines Einbruchs ermitteln zu müssen.

Er berichtete der Rentnerin, dass die Einbrecher bereits festgenommen seien und das vermeintliche Diebesgut, bei dem es sich um Bargeld handle, bei diesen aufgefunden worden sei. Nun gab er vor, in der Wohnung der alten Dame den Aufbewahrungsort des Bargelds überprüfen zu müssen.

Die sehbehinderte Frau ließ den Unbekannten hinein und nannte diesem auch den Aufbewahrungsort ihres Bargelds, den der falsche Kriminalbeamte daraufhin überprüfte und dabei mehrere Tausend Euro entwendete. Gegenüber der Frau stellte er lediglich fest, dass ihr Bargeld fehlen würde.

Schließlich ließ sich der Mann noch den gesamten Schmuck der betagten Dame zeigen und bat danach um ein Handtuch. Vermutlich als die Seniorin dieses besorgte, stahl der Mann in einem unbeobachteten Moment Schmuck im Wert von mehreren zehntausend Euro.

Darauf verabschiedete er sich mit der Bemerkung, dass er sich in zwei Tagen telefonisch bei der Seniorin melden würde. Diese erkundigte sich jedoch telefonisch bei der Polizei, wie sie sich bis zum Anruf des vermeintlichen Kriminalbeamten verhalten solle. Sie erfuhr dabei, dass bei der Polizei in Ludwigsburg weder ein entsprechender Einbruch noch ein Einsatz der Kriminalpolizei bei ihr zuhause bekannt war.

Von dem falschen Kriminalbeamten liegt folgende Beschreibung vor: etwa 50 bis 55 Jahre alt, 1,80 Meter groß, kräftige Figur, unrasiert. Der Mann sprach hochdeutsch. Personen, bei denen es zu einem ähnlichen Vorfall gekommen sein könnte, werden gebeten, sich mit der Kriminalpolizei Ludwigsburg, Tel. 07141/ 18-9, in Verbindung zu setzen.

 


 

Die Polizeidirektion Ludwigsburg rät zur Vorsicht, wenn Fremde an der Haustür läuten. Insbesondere Trickbetrüger setzen bei ihrem Vorgehen auf die Arglosigkeit ihrer Opfer. Sie treten häufig mit der Behauptung auf, Amtspersonen oder sonstige Berechtigte oder Beauftragte zu sein. Zum Beispiell Polizei- oder Kriminalbeamte, Gerichtsvollziehe, Mitarbeiter von Kirchen oder sozialen Einrichtungen, Berater der Krankenkasse, Mitarbeiter von Elektrizitäts-, Gas-, oder Wasserwerken, Handwerker, Heizkostenableser oder sonstige Beauftragte der Hausverwaltung, Postzusteller oder Monteure einer Telefongesellschaft.

Um nicht Opfer solcher Tricks zu werden, gibt die Polizei folgende Ratschläge:

Lassen Sie niemals Fremde in ihre Wohnung! Schauen Sie sich Besucher vor dem Öffnen durch den Türspion oder mit einem Blick aus dem Fenster genau an. Benutzen Sie eine vorhandene Türsprechanlage bzw. legen Sie vorhandene Sperrbügel bzw. Sicherheitsketten vor!

Fordern Sie von Amtspersonen IMMER den Dienstausweis und prüfen Sie diesen sorgfältig (Foto, Stempel, Druck). Sorgen Sie dazu für eine gute Beleuchtung, benutzen Sie ihre Sehhilfe und bitten sie ggfs. ihre Nachbarn um Unterstützung.

Informieren Sie sofort über die kostenfreie Polizeinotrufnummer „110“ die Polizei, wenn ihnen etwas merkwürdig vorkommt.

Weitere Informationen erhalten Sie unter:

www.polizei-beratung.de