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Maximilian Vollmer  ist der „Drummer Boy“.
Maximilian Vollmer ist der „Drummer Boy“.
© Pletscher

Trommel-Schamane aus Pforzheim

Man sagt Schamanen nach, sie könnten in ekstatische Zustände vordringen. Könnten die Grenzen des Bewusstseins überwinden. Könnten menschliche Fesseln ablegen. Ein Mittel dazu ist die Trommel – ein ständiger Begleiter des Schamanen. Ein Schamane namens Shirley Daniels aus dem nordamerikanischen Stamm der Ojibwa soll in den 1960ern gesagt haben: „Ich höre die Trommeln überall im Land, hör ihren Klang in meinem Herzen. Die Trommeln werden dröhnen, und mein Herz wird klopfen.“

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Ein gewaltiger Gedankensprung: Überträgt man diese geheimnisvollen Worte aus dem indianischen Schamanismus der Vergangenheit in die Jugendkultur der Neuzeit, so könnte man meinen, Shirley Daniels redet von „MaxXDrums“ – einem jungen Schlagzeuger aus Pforzheim. Dessen Trommeln hat man im Jahr 2010 beinahe überall gehört im Nachtleben des Landes – und auch darüber hinaus, zum Beispiel in der Schweiz und in Dubai. 25 Auftritte in sechs Monaten. Und seiner Trommeln Klang kam an in den Clubs: sein dröhnenden Drum-Sets ließen bei Auftritten in schöner Regelmäßigkeit die Herzen der Zuhörer höher- schlagen.

Schlagzeug für Sechsjährigen

Hinter dem Künstlername „MaxXDrums“ verbirgt sich der 21-jährige Max Vollmer. Sein künstlerischer Werdegang beginnt mit sechs Jahren: Die Eltern schenken ihm ein Schlagzeug, er nimmt einige Jahre Unterricht, spielt in verschiedenen Bands – mal Rock, mal Reggae, mal Hip-Hop, mal Funk. Seine künstlerische Selbstfindung endet 2009. „Da habe ich meinen Musikstil gefunden: House und Electro“, sagt Vollmer. Will heißen: Er trommelt seitdem am liebsten zu Electro-Mucke.

Schlagzeugspiel zu elektronischer Club-Musik – zweifelsohne eine Nische. Doch (wie) passt das zusammen? Vollmer: „Das passt sehr gut. Die meisten House- und Electro-Songs sind sehr druckvoll und beatlastig, und meine Drums untermalen die Beats vom DJ.“ Nach seinem ersten Auftritt im Pforzheimer „Como“-Club hatte Vollmer einen Management-Vertrag in der Tasche, und aus der Mixtur von Schlagzeug und Club-Musik wurde ein umfassendes Show-Konzept gemacht. Letzteres bescherte ihm Auftritte in großen Clubs. Es kamen Gigs in verschiedenen europäischen Ländern hinzu.

Schlagzeug mit LED-Lichtern

Um das Publikum zu begeistern, hat der 21-Jährige sein Schlagzeug mit LED-Lichtern ausgestattet, seine musikalischen Darbietungen werden von Pyro-Effekten garniert. Das Discovolk ist schließlich verwöhnt: Ohne Show geht da nichts.

Vollmer glaubt, mit seinem Drum-Electro den Zeitgeist getroffen zu haben – und er könnte recht haben. „Der Trend geht dahin, live gespielte Instrumente mit DJ-Sets zu vereinen. Zum Beispiel mit Geigen, Trompeten, Gesang und eben auch Schlagzeug“, so Vollmer.

„Ich werde auf internationale Tour gehen“, sagt er. Anfragen aus den USA, aus Russland, Aserbaidschan und der Schweiz liegen bereits vor. Bevor es in die Ferne geht, soll jedoch der Pforzheimer Schlossberg erobert werden. Am Freitag tritt „MaxXDrums“ im „Como“ auf. Dort, wo einst seine Karriere begann. An den Plattentellern stehen in dieser Nacht die DJs „ROCKWELL NO!ZE“ aus der Schweiz und Alfredo Di Santo aus München. Obendrein gibt es Live-Gesang von Florian Schumacher. Und natürlich eine Drum-Show von Max Vollmer. Auf dass die Trommeln dröhnen und die Herzen klopfen.Ronny Thurow

Einlass ist am Freitag im „Como“ um 23 Uhr. Eintritt: 7 Euro.

Ein Euro davon geht an die

PZ-Aktion „Menschen in Not“.

www.maximilianvollmer.com

26.01.2011
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