

Es war der Abend des Terror-Angriffs in den USA, als sich vor zehn Jahren am 11. September 2001 der Verein „ProSynagoge“ gründete. Unter dem Eindruck des unfassbaren Geschehens habe man überlegt, ob man die Versammlung nicht absagen sollte, „doch wir sagten uns dann: Wir lassen uns durch solch einen Schrecken nicht beugen. Wir wollen bewusst ein Zeichen setzen für Kulturvielfalt, für Versöhnung und zur Unterstützung der jüdischen Gemeinde beim Bau eine Synagoge“, bemerkte Vorsitzender Joachim Becker gestern Abend gegenüber der PZ. Zuvor hatte sich der Verein „ProSynagoge“ in einer internen Versammlung aufgelöst.
„Unsere Ziele sind erreicht“, betonte Becker. Da sich der Neubau einer Synagoge beim Stadtgarten aus finanziellen Gründen nicht verwirklichen ließ, hatte es die Möglichkeit gegeben, die Räume der ehemaligen Landeszentralbank zu erwerben. Das Gebäude wurde umgebaut und als Synagoge im Januar 2006 eröffnet.
Heute zählt die Jüdische Kultusgemeinde Pforzheim über 400 Mitglieder. „Wir haben alles erreicht. Das Kulturleben bereichert, mit herausragenden Rednern einen Dialog zwischen den Religionen erreicht, uns stets in die Woche der Brüderlichkeit eingebracht. Und wenn nun der Verein ,Pro Synagoge‘ aufgelöst wird, werden wir uns dennoch weiter in der Förderung der jüdischen Kultur engagieren,“ erklärte Becker.
Zuletzt hatte der Verein 90 Mitglieder. Sein Vermögen von 10 000 Euro wird aufgeteilt: 5000 Euro sind als Beitrag für eine Dauerausstellung im VolksbankHaus vorgehen, wo die Alte Synagoge stand, 1500 Euro für Stolpersteine, 1000 Euro für einen Gedenkhain in Israel und 2500 Euro als Beitrag für eine Broschüre, in der die Ausstellung „Jüdisches Leben in Pforzheim“ dokumentiert wird.
Autor: Thomas Frei | Pforzheim





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