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31.03.2011

Verfolgungsjagd: Verkehrsrowdy muss künftig laufen

PFORZHEIM. Drei Monate auf seinen Führerschein verzichten und eine Geldstrafe von 600 Euro bezahlen muss ein Berufskraftfahrer wegen Nötigung, Sachbeschädigung und Beleidigung. Am Donnerstag war Gerichtsverhandlung.

Beim Strafprozess am Amtsgericht Pforzheim hatte sich Richter Fabian Krüger mit einer filmreifen Autoverfolgungsjagd zu befassen, die sich der 34-jährige Angeklagte und ein 56-jähriger Geschädigter am 24. November 2010 gegen 21 Uhr geliefert hatten. Statt auf den beengten Baustellenverkehr auf der Autobahn A 8 zwischen Heimsheim und Pforzheim zu achten, machten sich Hans H. und Sven S. (Namen von der Redaktion geändert) gegenseitig mit Lichthupen und Gesten bekannt, auch zu gegenseitigen Ausbremsungen soll es gekommen sein.

Nachdem beide Fahrzeuge an der Abfahrt Pforzheim-West die Autobahn verlassen hatten und es zum verkehrsbedingten Halt an der roten Ampel kam, nahm des Geschehen seinen Lauf. H. stieg aus seinem Auto, holte einen Baseballschläger aus dem Kofferraum, begab sich zu dem vor ihm haltenden S. und forderte ihn zum Aussteigen auf. Der Bedrohte verriegelte sich und setzte bei grüner Ampel schnell seine Fahrt fort. Doch H. ließ nicht locker, überholte, stellte sich quer und zwang den Gegner zum Stopp. Erneut machte sich der Angeklagte auf den Weg, schlägt mit dem Holz gleich mehrfach gegen das Seitenfenster und bringt beim Weggehen mit einem kräftigen Baseballhieb die Frontscheibe zum Zersplittern. Beleidigungen der übelsten Art begleiteten das Geschehen.