nach oben
12.05.2008

Weite Reise, großer Ärger

Wann legt man am besten eine Bahnstrecke lahm? Gar nicht, sagt da jeder. Aber wenn es sein muss, wie für den Einbau der Ispringer Brücke, war das Pfingstwochenende keine schlechte Wahl.

Es war schlicht weniger los als an anderen Tagen. Am Pforzheimer Hauptbahnhof war die Stimmung am Samstagnachmittag nur selten gereizt – obwohl viele KSC-Fans mit der Bahn zum Stadion wollten. Dass sie im Bahnhof per Lautsprecherdurchsage zum Busbahnhof Nord umdirigiert wurden, steckten die meisten gelassen weg. „Das Ticket bleibt dasselbe“, meinte ein Eutinger auf dem Weg durch die ungewohnt belebte Unterführung zur Güterstraße. Dort fuhren zum Teil gleich zwei Südwestbusse auf einmal als Ersatz nach Wilferdingen, von wo es per Bahn weiterging.

Ganz anders die Stimmung bei Pfingsturlaubern, die mit Rollkoffern auf dem Weg zum Flughafen umdirigiert wurden. „Ich muss nach Frankfurt“, stöhnte ein Mann, dem der Stress ins Gesicht geschrieben stand. Er sah nichts Gutes auf sich zukommen. Denn der Ersatzverkehr mochte nicht mehr Geld kosten – mehr Zeit aber schon. Die Sorge um Anschlusszüge in Richtung Hamburg regten auch eine Frau aus Bad Wildbad auf. Sie hatte ihr Ticket früh gebucht. Die Baustelle stand da noch nicht fest. Der Zeitplan war Makulatur.

Für Reisende auf kurzen Strecken funktionierte das Umsteigen in Busse bestens. Je weiter aber die Reise, desto größer war der Ärger.