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27. Dezember 2010
Wer auch im Alter zu Hause  wohnen bleiben möchte, sollte frühzeitig altersgerecht umbauen. Baugesellschaften reagieren auf diesen Trend unterschiedlich.
Wer auch im Alter zu Hause wohnen bleiben möchte, sollte frühzeitig altersgerecht umbauen. Baugesellschaften reagieren auf diesen Trend unterschiedlich.
© Sebastian Widmann

Wohnen im Alter hat seinen Preis

PFORZHEIM. Im Jahr 2030 werden in Pforzheim laut Statistik 6690 Menschen über 80 Jahre alt sein. Sie alle wollen möglichst lange zu Hause wohnen. Die Baugenossenschaft Arlinger rüstet Wohnblocks mit Aufzügen nach.

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Baugesellschaften haben es längst erkannt: Zufriedene Mieter bleiben, so lange sie können. Und sie können alterstechnisch immer länger.

Eine ältere langjährige Mieterin ist nicht mehr gut zu Fuß und wäre damals um ein Haar ausgezogen, erzählt Carsten von Zepelin, Geschäftsführer der Baugenossenschaft Arlinger. Sie lebte in einem viergeschossigen Block an der Erbprinzenstraße 40. Bei einer Sanierung der 32 Wohnungen dockte die Baugenossenschaft den gläsernen Fahrstuhl von außen ans Gebäude an. Das soll künftig beispielgebend sein. „Wir wollen rund 500 000 Euro für drei bis fünf Aufzugsanlagen jährlich ausgeben“, sagt von Zepelin. Die meisten der 3270 Wohnungen im Besitz der Baugenossenschaft sind ältere Häuser aus den 50er- und 60er- Jahren. Eine richtige Barrierefreiheit könne man nicht hinbekommen, meint er, wohl aber Fahrstühle nachrüsten oder auch Duschen statt Badewannen einbauen.

Wenig Leerstand

Die zahlenmäßig meisten Mieter der Baugenossenschaft sind zwischen 70 und 80 Jahre alt. „Das sind 601 Alleinstehende oder Pärchen“, schildert von Zepelin. Jährlich verzeichnet er rund 300 Mieterwechsel, meist aus dem Grund, weil die älteren Herrschaften nicht mehr alleine leben könnten. Jedes Mal gerate eine unter Umständen langjährig erprobte Mietergemeinschaft durcheinander. Damit die so stabil wie möglich bleibe und der Leerstand von 1,75 Prozent ebenfalls, will von Zepelin in den nächsten Jahren mehr tun für Ältere. Das könne das Organisieren von Hausmeisterdiensten für eine Gemeinschaft sein oder diverse Umbauten. An dem fünfgeschossigen Wohnblock Calwer Straße 14 soll jeder der drei Hauseingänge einen Aufzug erhalten. Vor Jahren war das Gebäude als eines von dreien in unterschiedlicher Trägerschaft aufwendig saniert worden. Und an der Maximilianstraße 73 bis 79 laufe eine Bauvoranfrage bei der Stadt. Dort will die Baugenossenschaft den neuen Lift auf einen öffentlichen Gehweg stellen – zum darunter Durchlaufen.

Zu hohe Kosten

Die Stadtbau mit einem ähnlich großen Wohnungsbestand geht einen anderen Weg. „Denn“, so sagt Geschäftsführer Ulrich Füting, „die Investitionskosten etwa für die Aufzüge müssten wir auf die Mietnebenkosten umlegen.“ Für viele nicht gut situierte Mieter sei das untragbar. Deshalb schafft die Stadtbau etwa bei anstehenden Sanierungen von Häusern behindertengerechte Wohnungen im Erdgeschoss.

Um die langjährigen Mieter zu halten, hat die Stadtbau sich mit einem Anbieter für Pflegedienstleistungen zusammengetan. An der Carl-Schurz-Straße auf dem Sonnenhof existieren 100 Ein- bis Zwei-Zimmer-Appartements für Ältere, die sich um einen Pavillon gruppieren. Den hat die Stadtbau nach eigenen Angaben vor zwei Jahren komplett saniert. Dort bietet der Träger Tagespflege an. In dem Neubaugebiet Tiergarten werden laut Füting jetzt insgesamt vier Blocks mit 70 Service-Wohnungen zum Kauf oder zur Miete entstehen. Baubeginn soll im Sommer sein. Mit 7,70 Euro Kaltmiete für den Quadratmeter muss der Interessent rechnen, dazu kommt eine Betreuungpauschale.

Im Haus wird sich ein Hausmeister befinden. Ein Pflegedienst, den man in Modulen für einen zusätzlichen Preis buchen kann, steht zur Verfügung genauso wie andere Leistungen, wie der Wäsche- und Fahrdienst. Unweit des Einkaufszentrums gelegen, soll es den älteren Menschen, die sich fürs Servicewohnen entschieden haben, an nichts mangeln. Aber das hat seinen Preis.

Autor: MARTINA SCHAEFER

19.05.2011
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