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01.02.2011

Zuerst den Freund belogen und dann betrogen

PFORZHEIM. Eine Einbauküche, ein Auto und Geld soll eine 34-jährige Angeklagte bei einem Ex-Freund und Bekannten ergaunert haben - so jedenfalls legt es ihr die Staatsanwaltschaft zur Last. Am Dienstag wurde der Fall erstmals vor dem Schöffengericht in Pforzheim erörtert. Es stimme zwar, dass sie mit Lügen in die Beziehung mit ihrem damaligen Freund gegangen sei, sagte die Angeklagte, aber über die Höhe des Schadens ist sie anderer Ansicht als der Geschädigte.

Die gelernte Zahntechnikerin hatte den besten Freund ihres späteren Partners kennen gelernt und ihm vorgegaukelt, dass bei ihr alles in Ordnung sei und sie finanziell auf eigenen Beinen stehe. Diese Lügen habe sie bei ihrem späteren Partner aufrecht erhalten. Von zwei angeblich existierenden Eigentumswohnungen, einem Audi A4 Cabrio oder einer Küche als vorgezogenes Hochzeitsgeschenk der Mutter - das allerdings von ihrem Freund vorfinanziert werden müsse - habe sie allerdings nie gesprochen.

"Ja, es stimmt. Ich habe ihn mit meinem Beruf belogen und über meine Finanzen beschwindelt", räumte die Angeklagte ein. Eine im Raum stehende Schwangerschaft soll das Pärchen gemeinsam erfunden haben, da die Eltern des betrogenen Partners "sehr skeptisch" gewesen seien, so die Angeklagte.

Unklar ist am Ende des ersten Verhandlungstages auch, wie sehr ein Bekannter der Angeklagten geschädigt wurde. Er hat einen Kredit in Höhe von 6000 Euro aufgenommen. Wieviel Geld die 34-Jährige davon bekommen hat, darüber scheiden sich die Geister. Nach ihren Angaben seien es 3000 Euro gewesen, wovon sie einen Großteil zurückgezahlt habe. Der Zeuge erklärte vor Gericht, dass sie die volle Summe von der Bank abgehoben und einbehalten hätte.

Am Dienstag, 15. Februar, um 13.30 Uhr geht die Verhandlung vor dem Schöffengericht weiter. Ramona Deeg/de