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26.08.2009

Zum Thema: Erweiterter Suizid

Der sogenannte Mitnahmesuizid oder erweiterte Suizid sei eine zwar relativ seltene, aber besonders erschütternde Sonderform der Selbsttötung, erklärt Professor Dr. med. Volker Faust vom Zentrum für Psychiatrie in Ravensburg in seiner Publikation „Psychosoziale Gesundheit von Angst bis Zwang“.

Man verstehe unter dem erweiterten Suizid eine Suizidhandlung, bei der noch ein oder mehrere Opfer mit in den Tod gezogen werden. Oft handle es sich um verheiratete Mütter zwischen 30 und 40 Jahren mit einer schweren Depression, die in ihrer krankheitsbedingten Trostlosigkeit ihre meist minderjährigen Kinder „erlösen“ wollen, so Faust. „Nicht selten trifft es die häufig ahnungs- und wehrlosen Opfer, während dann der Mut oder die Kraft für die Selbsttötung nicht mehr ausreichen.“

In anderen Quellen wiederum heißt es: Wenn Männer einen erweiterten Suizid begehen, töten sie häufig neben den Kindern auch ihre Partnerin und löschen so die ganze Familie aus.

Bei ihnen ist der erweiterte Suizid in der Regel durch wirtschaftliche Schwierigkeiten motiviert, bei denen der Mann sich gewahr wird dass bei seiner Selbsttötung die Verbindlichkeiten auf die Erben übergehen.
Ein versuchter erweiterter Suizid, bei dem Täter oder Täterin sich am Ende nicht töten, gilt strafrechtlich zunächst als Tötungsdelikt.

Hilfe erhalten Suizidgefährdete und ihre Angehörigen beim
„Arbeitskreis Leben“ telefonisch unter (0 72 31) 8 00 08 78. Informationen gibt es auch  unter www.ak-leben.de