

Auf dem Boden der Terrasse sind Kreidezzeichnungen. Der zweijährige Finn spielt im Sandkasten, seine große Schwester Maike liebt es im Sommer zu schaukeln. Und die kleine Karla, die erst vor sechs Monaten das Licht der Welt erblickt hat, kuschelt genüsslich auf dem Arm von Vater Kai Fischpera. Die Familie lebt in der Südoststadt und ist zufrieden mit ihrem Alltag in der Goldstadt.
„Zum Wohnen ist Pforzheim als Familie in Ordnung“, sagt Kai Fischpera.
Er und seine Frau Sonja kennen sich seit zehn Jahren. Beide sind sie hier aufgewachsen und zur Schule gegangen. Umzuziehen, in eine Umlandgemeinde, das wäre dem Ehepaar nicht in den Sinn gekommen. Tochter Maike geht aufs Hilda-Gymnasium, und schätzt es vor allem wegen seiner Innenstadtlage: „Da kann man nach dem Unterricht gut shoppen gehen“, sagt Maike Mehwald, die den Nachnahmen ihres Vaters trägt, dem ersten Ehemann von Sonja Fischpera.
Kurz stand bei der Überlegung der Wahl des Gymnasiums auch die Frage nach einer Schule mit Ganztagsbetrieb an. Doch die Eltern entschieden sich für das „kleinere Hilda-Gymnasium“ mit einem größeren Mädchenanteil. Grundsätzlich wünschen sich die beiden Eheleute aber mehr Schulen im Ganztagsbetrieb. Vor allem für die Kinder, die nicht so ein behütetes Zuhause haben, wie die eigenen. „Das ist traurig, wenn man die Jugendlichen auf der Straße herumlungern sieht“, findet Kai Fischpera. Deshalb ist er auch unglücklich darüber, dass die Stadt sich nicht stärker für die Jugendarbeit einsetzt „Das ist sehr kurzfristig gedacht“. Die Pluralität der verschiedenen Träger in der Sozialarbeit findet der ausgebildete Chemieingenieur grundsätzlich toll. Schade findet der 30-Jährige auch, dass es kein Marktplatzfest geben soll, das er sehr schätzte. Und überhaupt: Mehr Konzerte sollte es seiner Ansicht in der Stadt geben.
Die elfjährige Maike scheint indes ganz zufrieden mit ihrer Heimatstadt zu sein: Momentan hat es der Gymnastin vor allem der frisch gestaltete Spielplatz in der Au mit seiner Rutsche und den Reifenschaukeln angetan. Auch der Pforzheimer Wildpark steht bei der Familie hoch im Kurs. „Was der Carsten Schwarz da in wenigen Jahren aus dem Wildpark gemacht hat, ist eine tolle Sache“, findet Sonja Fischpera, die jede Gelegenheit nützt, um mit ihren Kindern in die Freizeiteinrichtung zu gehen.
Mehr Kindergartenplätze und Hortangebote sollten ebenfalls in der Stadt geschaffen werden. Sie selbst hatte zwar keine Probleme, einen Betreuungsplatz für den zweijährigen Finn zu finden. Dennoch weiß das Ehepaar Fischpera, dass es sich durch den familiären Zusammenhalt sich in einer privilegierten Situation befindet. Derzeit lebt die Familie mit den Eltern von Sonja unter einem Dach. „Wir haben immer einen Babysitter“, sagt Kai.
Der Tagesablauf mit drei Kindern muss freilich straff durchorganisiert sein. Sonja Fischpera, die auf 400-Euro-Basis als Grafikerin zu Hause arbeitet, kann ihre Tätigkeit nur dann nachgehen, wenn die Kinder anderweitig betreut sind oder schlafen. Zwischen diesen fixen Zeiten steht dann noch die Haushaltsführung an. Häufig kommt es deshalb vor, dass beide Eheleute, die sich das zu Bett bringen der Kinder teilen, gleichermaßen abends geschafft sind. Deshalb scheint es auch nicht verwunderlich, dass sich Kai Fischpera am liebsten eine „vollautomatische Waschmaschine“ wünschen würde, die die Wäsche, gewaschen, gebügelt und zusammengelegt wieder in den Schrank bugsiert.
Für beide Eheleute ist ehrenamtliches Engagement kein Fremdwort. Und Sonja Fischpera könnte sich in einiger Zeit sogar vorstellen, sich in der Kommunalpolitik zu engagieren. Ihr Mann Kai bringt das Lebensmotto der beiden auf den Punkt: „Wenn Du etwas willst im Leben, dann musst Du Gas geben.“ Dorothee Messmer





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