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Sturm und Drang: Der FV Tiefenbronn mit Dominik Jeske (vorne) überrascht mit Platz zwei in der A-Klasse. Im Hintergrund Janti Jelly (TSV Wimsheim).  Foto: Ripberger
Sturm und Drang: Der FV Tiefenbronn mit Dominik Jeske (vorne) überrascht mit Platz zwei in der A-Klasse. Im Hintergrund Janti Jelly (TSV Wimsheim). Foto: Ripberger
Jung und wild: Raphael Bossert (vorne) von den Spfr. Feldrennach. Foto: Becker
Jung und wild: Raphael Bossert (vorne) von den Spfr. Feldrennach. Foto: Becker
Erfolgreich und entspannt: Tiefenbronns Coach Adnan Akyüz.
Erfolgreich und entspannt: Tiefenbronns Coach Adnan Akyüz.
18.10.2016

Auf Ballhöhe: Entspannte Trainerpower und beendetes Rumgeiere

In Tiefenbronn scheint man nach einigen Trainerwechseln endlich den Volltreffer gelandet zu haben. Und bei den Sportfreunden Feldrennach weiß man inzwischen, dass weniger durchaus mehr sein kann. Beides ist nicht unbedingt typisch für den Fußball, aber durchaus vorbildlich.

Trainerpower in Tiefenbronn

Mit nur vier Gegentoren stellt der FV Tiefenbronn zusammen mit dem SC Pforzheim (C1) die beste Abwehr im Kreis Pforzheim. Klar, dass die Mannschaft von Trainer Adnan Akyüz damit in der A2 kräftig oben mitmischt. Nur einen Punkt rangiert man hinter Spitzenreiter 1. FC Engelsbrand (24 Zähler). Als Ziel wurde ein einstelliger Tabellenplatz ausgegeben, wird es am Ende vielleicht doch etwas mehr?

Auf jeden Fall scheint nach einigen Trainerwechseln in Tiefenbronn mit Adnan Akyüz nun etwas Ruhe eingekehrt zu sein. Der 48-jährige Coach übernahm den abstiegsgefährdeten FV vergangene Saison in der Rückrunde mit nur neun Punkten und führte das Team noch auf Platz elf.

Großer Trainerstab

In dieser Runde ist man mit sieben Siegen und zwei Remis noch ungeschlagen. Und Akyüz hat dafür auch eine Erklärung. „Wir haben einen großen Trainerstab, können dadurch viel individuell arbeiten, was den Spielern das Gefühl gibt, dass sie wichtig sind. Zum anderen haben wir eine junge Mannschaft, die sehr ehrgeizig ist und auch viermal in der Woche trainieren würde, wenn es denn sein müsste“, grinst der Tiefenbronner Trainer.

Zu seinen Assistenten gehören Bernd Common (ehemaliger Jugendtrainer in Lomersheim), Giovanni Di Rosa und der ehemalige Spieler Benny Hummel. Außerdem die beiden Torhütertrainer Gunther Hildebrand und Michael Göllnitz, der gleichzeitig auch Marketing-Chef des Vereins ist.

Uwe Steiner macht sie fit

Eine wichtige Rolle nimmt auch Uwe Steiner ein. Der Lauf-Experte vom TV Tiefenbronn fungiert bei den Fußballern als Fitnesstrainer. Zu guter Letzt bringt Masseur Manfred Metzger die müden Kicker-Beine wieder auf Trab. Das sind ja fast schon Profibedingungen! „Wir arbeiten sehr viel in Gruppen und hier dann auch gezielt an unseren Stärken und Schwächen“, erklärt Akyüz.

Zu den Leistungsträgern seines Teams zählen vor allem Torhüter Yannick Bogner, Abwehrchef Sven Kieselmann und Sturm-Ass Hakan Cepni (7 Saisontore). Doch Akyüz will aus seiner homogenen Mannschaft gar keinen herausheben: „Das gesamte Team funktioniert“, freut er sich. Und es setze die Vorgaben perfekt um. „Wir stehen sehr hoch und versuchen schnell den Ball zu erobern“, verrät der Trainer seine Taktik, die von starkem Angriffspressing bestimmt ist.

Was kann man nun vom FV Tiefenbronn in dieser Runde noch erwarten? „Wir wollen natürlich jedes Spiel gewinnen“, sagt Akyüz, hält aber den Ball flach. Seine Favoriten sind Langenalb, Wimsheim und Engelsbrand. Außerdem gibt er zu bedenken: „Jetzt kommt die Zeit, in der man bei Kälte, Wind und Regen erkennt, wie reif und gewillt eine Mannschaft ist.“ Am kommenden Spieltag trifft Akyüz übrigens auf seinen Ex-Verein Feldrennach.

Schluss mit dem Rumgeeiere

Wie geht’s denn eigentlich den Sportfreunden aus Feldrennach? Nach dem Abstieg aus der Landesliga verzichtete der Verein auf den Start in der Kreisliga und begann anstelle seiner zweiten Mannschaft, die abgemeldet wurde, in der Kreisklasse A2. Dort sind die Sportfreunde weich „gelandet“. Nach neun Spieltagen belegt man mit elf Punkten Platz zehn „Es läuft besser, als wir dachten“, sagt Trainer Alexander Maier, der nach zweijähriger Pause – zuvor sieben Jahre Betreuer der Zweiten – wieder das Zepter in Feldrennach übernommen und den „Neuanfang“ eingeleitet hat. Rund 20 Spieler verließen nach der vergangenen Saison den Verein. Zwei, drei, so Maier seien geblieben. Von den acht Spielern, die von den eigenen A-Junioren kamen, haben alle einen Stammplatz. Durch die externen Neuzugänge hat Maier einen 18-Mann-Kader.

Gründe für den Umbruch

Das Saisonziel heißt Klassenerhalt. „Wir wollen mindestens Viertletzter werden“, blickt Maier voraus und freut sich ebenfalls aufs Wiedersehen mit Kumpel Adnan Akyüz vom FV Tiefenbronn. Beide können auf gemeinsame Zeiten in Feldrennach zurückblicken, die doch meist erfolgreich waren.

Frage an Alex Maier: Warum musste nach all den Jahren nun der Umbruch bei den Sportfreunden her? Maier erklärt: „Die Landesliga war jahrelang ein Drahtseilakt. Spieler mussten bezahlt, die brasilianischen Verstärkungen versorgt werden. Das war zum Schluss nur noch ein Rumgeeiere und hat keinen Spaß mehr gemacht. Da war es gut, dass man sich für einen Rückzug in die A-Klasse entschieden hat. Jetzt ist alles viel entspannter.“