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Der Unfall eines ICE  beim Oberderdinger Wilfenbergtunnel wurde den zahlreichen Rettungskräften als Übungsaufgabe gestellt, die routiniert vonstatten ging.
Der Unfall eines ICE beim Oberderdinger Wilfenbergtunnel wurde den zahlreichen Rettungskräften als Übungsaufgabe gestellt, die routiniert vonstatten ging.
© Waidelich

600 Personen bei Katastrophenschutzübung

OBERDERDINGEN. Katastrophen ereignen sich nie nach Plan. Dennoch tut man im Landkreis Karlsruhe alles, um selbst auf eine der größten denkbaren Katastrophen vorbereitet zu sein: Ein Unfall mit einem ICE in einem Tunnel. Das war die Annahme einer Großübung im Oberderdinger Wilfenbergtunnel.

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Thomas Hauck, Abteilungsleiter Brand- und Katstrophenschutz im Landratsamt, ging mit seinem Team von einer Entgleisung eines ICE aus. Insgesamt hundert Fahrgäste – so die Übungsannahme – waren dabei in den Abteilen mehr oder weniger schwer verletzt worden und warteten auf die Hilfe durch die Rettungskräfte. Daran mangelte es nicht. 214 DRK-Mitglieder, 117 Feuerwehrleute, 68 Mitglieder des technischen Hilfswerks, 30 Personen des Rettungszuges Mannheim, die Landespolizei, die Johanniter und selbst die Bundeswehr war – zumindest als Beobachter - vor Ort. Weit über 600 Personen nahmen in der Nacht zu Sonntag an dieser Großübung Teil.

Bergezug verspätet sich

Die Hauptaufgaben warteten zunächst auf die Feuerwehren. Am Ostportal kümmerte sich die Oberderdinger Feuerwehr mit Hilfe der Wehren aus Östringen und Bad Schönborn um Logistik, Betreuung der noch gehfähigen Passagiere und die Rettung der Schwerverletzten. Am Westportal war die Brettener Feuerwehr zuständig für den Teil des Zuges, der noch im Tunnel steckte.

Von dort sollte auch der Rettungszug der Bahn AG mit Bergegerät und der Mannheimer Berufsfeuerwehr kommen und im Tunnel eingesetzt werden. Erst mit gehöriger Verzögerung rollte der Rettungszug dann allerdings ein und handelte sich damit ein paar bissige Bemerkungen ein: „Das ist ein Hilfszug der Bahn. Die kommt doch immer zu spät“

Eine der schwierigsten Aufgaben war, das Dunkel aufzuhellen, das die Rettungskräfte empfing. Die Johanniter ließen einen mit Helium gefüllte Ballon steigen, der mit seinen vier mal 4000 Watt starken Quecksilberdampflampen die Gegend fast taghell ausleuchtete. Sogar ein Hubschrauber war als Lichtquelle mit von der Partie. Zur Versorgung der Verletzten hatte das Rote Kreuz zwei großräumige Behandlungsplätze aufgebaut.

Hektisch wurde es trotz der als schwer eingestuften Einsatzlage nie. Immer umschwärmt von den zahlreichen Beobachtern ging alles ebenso ruhig wie routiniert vonstatten. wai

28.09.2009
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