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13. Januar 2012
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Grüne Wiese am Skilift: Alex Faas und Martin Riedt
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Straßenmeisterei Enzkreis - Frank Schneeweis im Salzlager
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Straßenmeisterei Enzkreis - Frank Schneeweis und Roland Fischer (vonb links) überprüfen den Salzverteiler am Streufahrzeug
Straßenmeisterei Enzkreis - Frank Schneeweis und Roland Fischer (vonb links) überprüfen den Salzverteiler am Streufahrzeug
Straßenmeisterei Enzkreis - Frank Schneeweis repariert Rasenmäher
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zufahrt skihang eulenloch schömberg/langenbrand skilift
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Auf der Suche nach dem Winter

Der Winter hat bislang noch nicht viel von sich sehen lassen. Die PZ hat sich in der Region auf eine kleine Spurensuche begeben.

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Da ist er, der erste weiße Berg. Nach zwei Stunden Fahrt durch die Region auf der Suche nach dem Winter taucht er plötzlich vor einem auf. Nicht besonders mächtig, aber auch nicht klein. Am Gipfel ist ein Grat zu entdecken. Unten am Fuß verliert sich die weiße Pracht in dünnem Matsch. Allerdings ist da ein Dach über diesem Berg. Es ist aus Holz und gehört zum großen Lager-Schuppen auf dem Gelände der Straßenmeisterei Enzkreis am Autobahnanschluss Pforzheim-West. Und das Weiß ist auch kein Schnee. Im Gegenteil: Es ist das aufgeschüttete Streusalz, von dem sich die Räumdienste bedienen können – wenn sie denn mal einen Einsatz haben. Der Grat zeugt davon, dass immerhin schon ein bisschen abgebaut worden ist. Für alle Salzlager der Straßenmeisterei zusammengenommen waren es bislang sogar rund 300 Tonnen – von den 3800 Tonnen, die eingelagert wurden.

Kein Winter nirgends. So sieht das bisher aus im Nordschwarzwald. Wenn Kollegen berichten, dass sie im Dezember tatsächlich mal auf dem Kaltenbronn Ski gefahren seien, klingt das, als würden sie das so erzählen: „Es war einmal in einem fernen Land vor langer, langer Zeit...“ Aber wir sind tief im Januar. Also kann man sich doch mal umschauen nach den Spuren der kalten Jahreszeit. Und damit beginnt man am besten ziemlich weit oben.

Tatsächlich: Droben in Salmbach begegnet einem der erste Mensch in Skijacke und mit Stöcken in den Händen. Aber nein, natürlich hat er keine Langlauf-Ski dabei, sondern Wanderschuhe an den Füßen. Ein Nordic Walker. Ja, die Glücklichen sind weitgehend wetterunabhängig. Bevor man den einsamen Sportler aber fragen kann, ist er schon zackig um die Ecke.

„Wir warten auf den Langlauf-Schnee sagen Roswitha und Rolf Huthmacher aus Büchenbronn. Trotzdem zieht es die beiden nach draußen. An diesem Morgen zu einem Spaziergang in Langenbrand. Am Vortag sind sie vom Kaltenbronn zur Grünhütte gewandert. Die Wege waren frei. „Und wir haben in der Hütte sogar einen Platz gekriegt“, grinst Rolf Huthmacher. Zu anderen Jahreszeiten ist das nicht selbstverständlich. Noch aus einem anderen Grund sehen die Büchenbronner diesen Nicht-so-recht-Winter auch positiv. Vor einem Jahr, erinnern sie sich, hatten sie schon eine Menge Schnee wegschippen müssen – in diesem Winter blieb die große Schaufel noch unberührt.

Weiter unten in Langenbrand geht es scharf links ab – dorthin, wo die Betreiber des Skilifts ohnehin mit der höhenmäßig schwierigen Lage ihrer Piste kokettieren: „Skilift Eulenloch – Schömberg ganz tief unten“, prangt es auf der Internetseite. Gleich daneben steht: „Betriebstage der Saison 2011/2012: 0“. Und ja, es sind tiefe Pistenbedingungen am Eulenloch. Nicht wegen nassem Schnee, nein die Wiese ist durch viel Regen durchnässt. Die Landschaft rings um den stillstehenden Lift ist eine Mischung aus sehr saftigem Grün und matschigem Braun am Waldrand. Trauermienen sieht man bei Alex Faas und Martin Riedt trotzdem nicht. Vor zwölf Jahren haben die beiden die Anlage übernommen. „Einen Winter-Totalausfall hatten wir seitdem noch nie“, sagen sie. Negativrekord war eine magere Woche Liftbetrieb. Auch diesem Winter geben Faas und Riedt noch eine Chance. „Hier in Schömberg hatten wir oft spät noch Schnee, Ende Januar, im Februar, manchmal sogar im März“, sagen sie und Riedt erinnert sich: „Einmal haben wir am Skihang sogar zusammen Ostereier gemampft.“ Und sollte der Schnee noch fallen, könnte es mit dem Skifahren sofort losgehen. „Ein Knopfdruck, und der Lift läuft“, sagt Faas. Er persönlich hat den Schnee bald garantiert –beim Skifahren im Bregenzer Wald in Österreich. Beim Blick auf die kleinen Tümpel von Pfützen auf dem Schömberger Zufahrtsweg sagt er dann: „Einen Vorteil haben die Skifahrer hier im Vergleich zu den Alpen – eingeschneit worden ist bei uns noch keiner.“

Am anderen Ende der Region, auf anderem Terrain: In Mühlacker flicken Mitarbeiter der Birkenfelder Firma ABBW Straßen. Der fehlende Frost hilft dem Tiefbau im Januar. Einerseits. Andererseits, sagt Bärbel Vester von ABBW, zu matschig und regennass dürfe es auch nicht sein, damit man einen vernünftigen Unterbau hinbekommt. Selbst in einem milden Winter – ganz ohne Unterbrechungen geht es auch in dieser mäßig kalten Jahreszeit nicht. Zum Beispiel bei den Regengüssen der vergangenen Wochen. „Da waren unsere Leute manchmal um zwölf Uhr schon völlig durchnässt“, so Bärbel Vester: „Da mussten wir schon mal am Nachmittag stoppen.“

Doch zurück zum einzigen weißen Berg weit und breit. Im vergangenen Jahr um diese Zeit, erinnert sich Heinrich Elwert, der Leiter der Straßenmeisterei Enzkreis, „waren wir bei leeren Salzlagern froh, wenn wir mal wieder auch nur 25 Tonnen bekommen haben.“ In diesem Winter ist das bislang kein Thema. Die Mitarbeiter der Straßenmeisterei Enzkreis sind so selten im Räum- und Streufahrzeug im Einsatz – in diesem Winter erst an rund zehn Tagen mit Reif, Eis oder Schneematsch, schätzt Elwert –, dass sie Luft für andere Aufgaben haben. An der Wand der Fahrzeughalle lehnen Straßenschilder, die der Streckendienst abgebaut hat. Sie waren bei Unfällen beschädigt worden und werden ersetzt. Gehölzarbeiten werden entlang der Straßen erledigt. Und in der Werkstatt schraubt Frank Schneeweis mit Kollegen an Geräten, damit sie beim Einsatz im Schuss sind. Es ist kein Schneepflug, den der Mann vor sich hat – es ist ein Rasenmäher.

Autor: Alexander HeilemannEnzkreis/Kreis Calw

13.01.2012
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