

Nein, sagt Yasar Meral. „Seine“ SPD solle Thilo Sarrazin nicht aus der Partei werfen. Das entschiedene Nein überrascht. Der Deutsch-Türke hätte guten Grund, wütend auf den Bundesbank-Vorstand zu sein. Meral könnte Sarrazin zurufen: „Sieh her, hier steht ein Beispiel für gelungene Integration.“ Könnte die umstrittenen Thesen des Genossen zu muslimischen Migranten mit seiner Biographie widerlegen. Könnte.
Stattdessen äußert Meral Sympathie für Sarrazin. „Er hat ein gravierendes Problem angesprochen“, betont der Maulbronner SPD-Stadtrat. Ebenso wie der ehemalige Berliner Finanzsenator diagnostiziert auch Meral eine mangelnde Integrationsbereitschaft bestimmter Einwanderergruppen. Sorgen bereitet dem Kommunalpolitiker vor allem der politische Islamismus, der von muslimischen Staaten nach Deutschland getragen werde. Auch nach Maulbronn. Und in die Moschee der Klosterstadt. Dort beteten zwar „normale und friedliebende Menschen“, die aber von „politischen Kräften“ beeinflusst werden würden, berichtet Meral und fügt hinzu: „Ich weiß von vielen Muslimen, dass sie das nicht möchten. Es hat aber keiner den Mut, sich dagegen zu wehren.“ Ausdruck dessen sei das Kopftuch, das muslimische Frauen tragen. „Das ist für mich ein Symbol für Fundamentalismus“, bekräftigt Meral, für den Religion übrigens „Privatsache“ ist. Sprache sei der Schlüssel für eine erfolgreiche Integration. „Wer die deutsche Sprache lernt, hat eine Chance, wer sie nicht lernt, hat keine Chance“, ist der türkischstämmige Meral sicher. Warum sich manche Migranten dem Lernprozess verweigerten? „Weil es oft schon in den Familien vorgelebt wird. Da schaut man lieber türkisches Fernsehen, anstatt sich mit der Lage in Deutschland zu befassen“, sagt Meral. In bleibender Erinnerung ist ihm ein Vorgang Anfang der 90er-Jahre. „Ich kenne jemanden, der damals mit Hilfe eines Dolmetschers die deutsche Staatsangehörigkeit beantragt hat. Heute muss ein Einwanderer zum Glück Deutschkenntnisse mitbringen“, erklärt Meral.
Zurück zu Sarrazin. Die Kritik an ihm entzündete sich letztlich auch an der Behauptung in seinem Buch („Deutschland schafft sich ab“), alle Juden teilten ein gemeinsames Gen. „Wer der Meinung ist, Sarrazin sei ein Rassist, der kann ihn verklagen“, sagt Meral, der einräumt, die provokante Schrift nicht gelesen zu haben. Und die Warnung in Sarrazins Werk, Deutschland werde überfremdet? „Diese Gefahr sehe ich auch“, meint Meral, „aber mehr in großen Metropolen wie Berlin oder Hamburg, weniger auf dem Land.“
Autor: Alexander Albrecht




Leserkommentare (7)
Mehr KommentareEinfach nur erstaunlich. So einen Artikel hätte ich nicht erwartet. Kritik am Kopftuch und an der gescheiterten Integrationspolitik der letzen dreißig Jahren. Es ist bemerkenswert was Herr Dr. Sarrazin nur mit einem Buch hier in Deutschland bewegt hat. Danke Herr Dr. Sarrazin, dass Sie das Tabu-Thema auf die Tagesordnung geholt haben. Und es ist ein trauriges Zeichen, dass man in unserem Land nicht mal über Probleme sprechen darf, die diese verfehlte Zuwanderungspolitik verursacht hat. ...... mehr...
Gut den Artikel konnte man nicht unbedingt erwarten. Die Meinung Mersals schon. Jene Migranten/Ausländer welche etwas für Deutschland übrig haben; jene die sich Integriert haben; denen ist es schon immer ein Dorn im Auge wie sich die Deutschen fleißig selbst abschaffen und niedrig halten. Wie kann jemand ohne Selbstwert den Wert von anderen erkennen? Und warum sollte sich jemand in eine solche "wertlose" Gesellschaft integrieren wollen?... mehr...
:) ja, das tut gut..... auch den Deutschen die hier häufig denken, sie sind einfach im falschen Film oder leben in einem fremden Land Wir brauchen keine Integrationsquoten unter den Lehrern oder im öffentlichen Dienst wir brauchen nicht einmal Integrationsprogramme ..... diejenigen Mensche deren Vorfahren aus andere Ländern stammen oder die selbst aus anderen Länder hierher zu uns kommen, die sich integrieren wollen, die tun das auch - ohne Programm und ohne roten Teppich Wir brauchen ...... mehr...