

MÜHLACKER-DÜRRMENZ. Das Voltigier-Turnier auf dem Dörnichhof bei Dürrmenz ist in diesem Jahr kleiner ausgefallen als sonst üblich. Dennoch bleibt diese Veranstaltung von „Pegasus“ Mühlacker eine der größten im Land.
„Manche anderen großen Turniere sind in diesem Jahr von zwei auf einen Tag reduziert worden“, sagten gestern Trainerin Karin Kiontke und Vorsitzende Andrea Weber übereinstimmend. „Bei uns war zwar ebenso ein Rückgang zu verzeichnen. Aber er zeigt sich nur darin, dass wir nicht mehr früh morgens um acht Uhr anfangen mussten, um bis zum Abend fertig zu sein.“
Probleme sieht Andrea Weber auf einem anderen Gebiet: „Nachdem die Altersbeschränkungen im Gruppenvoltigieren aufgehoben worden sind, fehlen uns jetzt die Betreuer.“ Bisher hätten die ältesten Mitglieder der Voltigiergruppen zwangsweise mit dem Mannschaftssport aufhören müssen, wenn sie volljährig wurden, und allenfalls im Einzel weiter an den Start gehen können. Diesen Schnitt hätten viele von ihnen zum Anlass genommen, sich künftig als Betreuer oder Trainer im Verein weiter zu engagieren. Doch seit es keine Altersgrenze mehr gebe, fehle dem Verein eine Reihe qualifizierter Sportler, die in die Ausbildung ihrer Nachfolger einstiegen. Darum gebe es neben den fünf Wettkampfgruppen bei Pegasus lediglich noch eine weitere Gruppe für den Übungsbetrieb. „Früher hatten wir drei davon“, seufzte Andrea Weber, die dennoch auf große Erfolge des Vereins verwies. „Wir sind Landesmeister, Dritte bei den Süddeutschen und haben Aussichten auf einen Platz unter den vorderen sechs, wenn wir in zwei Wochen zu den Deutschen fahren.“ Allerdings liege der Termin ungünstig, da die Teilnehmer noch keine Sommerferien hätten und ein Trainingslager vor den Meisterschaften ein Ding der Unmöglichkeit sei. „Zwei Tage gemeinsames Training sind zu wenig.“
Antonia Schubert (21) aus Vaihingen/Enz sagt zur Faszination des Voltigiersports: „Sehr viel hängt vom Pferd ab, es ist ein wichtiges Gruppenmitglied. Außerdem sind viele Altersstufen in einer Mannschaft zusammen: Wir sind zwischen zehn und 23 Jahre alt und es harmoniert einfach.“ Dazu komme, dass Voltigieren ein sehr vielseitiger Sport sei, bei dem Kraft und Athletik ebenso gefragt seien wie Kreativität und Ausdruck. Mannschaftskollegin Nina Giesecke (18) aus Enzberg ergänzte: „Man braucht ein sehr großes Vertrauen zu seinen Mit-Voltigierern, dass sie einen festhalten. Außerdem ist es immer spannend, ob alles klappt oder ob jemand herunterfällt. In der Gruppe fiebern immer alle mit.“ Gestern hat sich die Anstrengung für die Spitzengruppe Pegasus I, Longenführerin Karin Kiontke und Pferd „Captain Kirk“ gelohnt. Sie belegte mit einer Endnote von 7,8 den ersten Platz vor Bad Friedrichshall (7,2) und Pegasus II (6,8). Bei den Anfängergruppen der Klasse A wurde Pegasus IV Erster, Pegasus V belegte bei ihrem ersten Auftritt Rang vier.
Autor: Ralph Küppers



