
ÖTISHEIM. Der rätselhafte Rückzug der jungen Turnerin Maike Roll (PZ berichtet), hat die Sportfreunde in der Region überrascht. In ihrer Heimatgemeinde Ötisheim zeigte sich Hauptamtsleiter Rudolf Haller verwundert darüber, dass die Nachricht über den Abschied der 17-Jährigen vom Karlsruher Stützpunkt das Rathaus erst nach drei Monaten erreichte. Bürgermeister Werner Henle, der derzeit erkrankt sei, sei immer wieder in Kontakt mit den Rolls.
In Mühlacker zeigte der frühere Leistungsturner Rainer Moser Verständnis dafür, dass die Turn-Familie zuletzt nicht viel nach außen dringen ließ. Wahrscheinlich wisse Maike selbst noch nicht, wie es weitergehe. Nach einer Pause könne man durchaus in die Nähe der früheren Leistungsstärke gelangen, so Moser, dennoch sei es nicht ratsam auszusetzen.
Wenn die Turnerin in Ötisheim wohne und weiter in Karlsruhe zur Schule gehe, sei es schwer vorstellbar, dass sie an einem dritten Ort leistungsorientiert Sport treibe. Beim TV Mühlacker und bestimmt auch beim TSV Ötisheim sei die Sportlerin sicher willkommen, sagte TVM-Trainer Moser, nur stünden die dortigen Rahmenbedingungen einem auf Höchstleistungen ausgerichteten Turnen entgegen. Auch Landestrainer Robert Mai vom Olympiastützpunkt Stuttgart, bei dem die Sportlerin früher trainierte, erachtet die Situation als schwierig. Aus verschiedenen Gründen sei es für die momentan verletzte Maike Roll schon jetzt kaum noch möglich, 2012 zu den Olympischen Spielen zu kommen. Mai betonte jedoch auch, letztlich gehe es nicht um Erfolg um jeden Preis, sondern um einen jungen Menschen. Nicht nur physisch, sondern auch psychisch sei die Belastung für die jungen Talente zuweilen hoch. rks



