

Samttücher stellen Eierstöcke, Gebärmutter und das weibliche Geschlecht dar, Perlenketten symbolisieren die rund 400 000 Eizellen, mit denen jede Frau geboren wird und Gummibären stehen für das ein oder andere Hormon.
Mit der „Zyklus-Show“ nehmen die Kinder aktiv am Aufklärungs-Workshop teil. Die erste Mädchengruppe trägt gelbe Mützen und gehört somit der Progesteron-Gruppe an. Die andere mit roter Kopfbedeckung, stellt die Östrogen-Gruppe dar. Richtig lebendig wird es, wenn die Pädagogin gekonnt Assoziationen zu den Idolen der Grundschülerinnen herstellt: „Stellt euch vor, unsere Gebärmutter sei ein Luxushotel und ein großer Gast wird erwartet. Nehmen wir an, Shakira kommt zu Besuch, natürlich wird dann alles im großen Stil vorbereitet.“ Der große Gast ist letztendlich dann doch keine kolumbianische Sängerin, sondern eine befruchtete Eizelle, die zum Baby heranwächst, aber der Grundgedanke scheint bei den Mädchen anzukommen.
„Was passiert, wenn der Gast dann doch nicht kommt?“, ruft eine Schülerin aufgeregt dazwischen. „Dann müssen alle Geschenke wieder zusammengepackt und das Luxushotel durch das Tor zum Leben verlassen werden“, erklärt Stefanie Schneider.
Die 39-jährige Sozialpädagogin ist seit März an der Hartfeldschule. Als Schulsozialarbeiterin besucht sie die Einrichtung regelmäßig und vermittelt zwischen Schülern, Eltern und Lehrern. Angestellt ist sie beim Verein „Miteinander leben“ in Pforzheim, der sich auch um Migranten und Behinderte kümmert. Aufklärungsarbeit sei eine Herzensangelegenheit, sagt Schneider, und das Projekt ihr Beitrag zur „Woche für Werte“, die ab Donnerstag, 15. Juli, an der Schule beginnt (Siehe „Zum Thema“). Entwickelt wurde der Workshop von der Münchner Ärztin Elisabeth Raith-Paula im Rahmen eines Projekts, welches von der Erzdiözese München-Freising in Kooperation mit der Bayerischen Aids-Stiftung ins Leben gerufen wurde.
Mittlerweile wird der Kurs von über 500 Projekt-Mitarbeiterinnen nicht nur in Deutschland, sondern auch in ganz Europa angeboten. Außerschulisch kann ebenfalls an dem s Projekt teilgenommen werden. „Mich hat dieses Projekt von Anfang an begeistert, so dass ich mich speziell fortbilden ließ“, sagt Schneider. Das Aufklärungsprojekt wurde bereits mit dem Bayerischen Gesundheitsförderungs- und Präventionspreis ausgezeichnet. Auch den Kleinen gefällt es, immerhin schmecken Hormone in Gummibären-Form besonders gut.
Autor: Miriam Fuchs




Leserkommentare (9)
Mehr Kommentare"Stellt euch vor, unsere Gebärmutter sei ein Luxushotel und ein großer Gast wird erwartet. Nehmen wir an, Shakira kommt zu Besuch" Wie pervers ... :-) Und wann gibts das für Jungens? mehr...
[QUOTE]Leider findet eine vernünftige Aufklärung noch nicht in jedem Elternhaus statt. Hier erfüllt die Schule ihren Auftrag. [/QUOTE] Aber die Kinder werden doch von den Jungens gemacht! Und warum braucht man dafür 'Shakira' :confused: Also ich find sie ja ganz schon sexy, ..., aber für Mädchen zur Aufklärung, wäre da nicht Mutter Theresa geeigneter gewesen? :rolleyes: mehr...
Shakira darf gerne auch bei mir vorbeikommen für ein wenig "Waka-Waka"... mehr...