

Vor 40 Jahren wurde der MC Fessler Mühle von Jugendlichen mit ihren Kreidlern, Herkules und Zündapp in der Sersheimer Fessler Mühle gegründet. Zwischenzeitlich haben die Motorradfreunde weit über 500 Mitglieder. Für das Jubiläumsjahr hatte sich Club-Präsident Wolfgang Fessler etwas Besonderes ausgedacht. Es ging auf die historische Route 66 und Western Classic Tour über den großen Teich nach Amerika in die Staaten Kalifornien, Arizona, Utah und Nevada. Knapp 5000 Kilometer legten zwölf Clubmitglieder auf der Harley Davidson in 17 Tagen zurück. Mit von der Partie war noch ein Jubilar. Hans-Joachim Kozik aus Illingen erfüllte sich einen Traum, in diesem Jahr wurde er 66 Jahre alt und schon immer wollte er auf die Route 66.
Nach dem Flug von Frankfurt nach Los Angeles ging es los in Richtung Palm Springs. Mittagstisch an der Route 74 bei Hell’s Kittchen, serviert wurde das Beilagenbuffet direkt aus dem offenen Sarg. Weiter über San Bernadino bei herrlichem Wetter zum ersten Etappenziel Palm Springs. Am nächsten Tag dann in gemütlicher Fahrt auf der US 62 über Needles durch die Mojave Wüste auf gottverlassenen Straßen ohne Tankstellen zum legendären Roy’s Cafe und auf die Route 66. Weiter auf der Route 66 durch endlose Wüstenlandschaften an die Grenze zu Arizona. Es galt: Helm ab, wer möchte, denn in Arizona gibt es für Biker keine Helmpflicht. Für manchen der Teilnehmer eine Erinnerung an längst vergangene Zeiten zu Hause. Ein Hauch von Freiheit durchrüttelte Fahrer und Maschine, als die schweren Harleys mit ohrenbetäubendem Motorengeräusch weiterdonnerten nach Oatman. Am nächsten Tag dann nach Seligman zum berühmten Barbershop von Angel Delgadillo und Essen bei Lilos Cafe, eine Köchin deutscher Abstammung und stets freundlich zu Scherzen aufgelegt. Weiter ging es nach Williams. Am nächsten Morgen wurde die Harley gegen einen Helikopter getauscht und ein imposanter Flug über den Grand Canyon begann.
Der sechste Tag führte weiter nach Kanab, die Biker besuchten den Antelope Canyon mit seinen unglaublichen Formen und Farbspiegelungen, ideale Voraussetzungen für herrliche Bilder. Am nächsten Tag donnerten die Maschinen durch den Zion Nationalpark und prompt gab es Ärger mit einem weiblichen Sheriff – falsch geparkt. Dies sollte die Gruppe auch später noch auf ihren Wegen begleiten. Die Autorität der Männer und Frauen mit dem goldenen Stern an der Brust änderte sich aber, als die Gruppe sich als Deutsche zu erkennen gab, man hatte dann stets ein Einsehen mit den Fremden.
Nach knapp 400 Tageskilometern dann Las Vegas, die Stadt der Spieler. Am Eingang ein Foto zur Erinnerung, einen Tag zum ausruhen, spielen und schauen. Mit der großen Limousine ging es nach Alt Las Vegas zur grandiosen Lichtshow mit Livemusik und Party. Im Death Valley, dem Tal des Todes, stand dann trotz des frühen Starts am nächsten Morgen ein harter Tag bevor. Hitze pur, selbst Führer Ulli Kowalzik staunte, Temperaturen weit über 50 Grad, das habe ich hier noch nie erlebt, so sein Kommentar. Der Kopf dampfte unter dem Motorradhelm, es war wieder Helmpflicht und die Maschinen kochten. Der tiefste Punkt des Tales liegt 85,95 Meter unter dem Meeresspiegel. Nach knapp 450 Kilometern Tagesetappe und mehreren Litern Wasser pro Fahrer war die Gruppe in Bishop zur Übernachtung.
Am nächsten Tag ging es nach Mammoth Lakes und weiter über den Tioga Pass (3031 Meter) zum Yosemite National Park. Nach einigen Regenschauern, dann am nächsten Tag 40 Meilen reiner Kurvenspaß Richtung San Francisco. Plötzlich eisige Kälte von teilweise fünf Grad. 75 Meilen Reisegeschwindigkeit, Formationsfahrt wie einst die amerikanische Kavallerie und dichter Verkehr. Plötzlich schanzte eine Harley der Gruppe in die Luft, ein 20 Zentimeter großer Holzklotz auf der Fahrbahn hatte die Maschine aus der Bahn gebracht, ein leichtes Schlendern, die anderen Fahrer drifteten auseinander und Tobias Fessler brachte seine Heritage Softail wieder in geordnete Bahnen – es hätte auch anders ausgehen können. Höhepunkt in San Francisco war ein Besuch der Gefängnisinsel Alcatraz und die Fahrt mit den Cable Cars. pm
Autor: pm





Leserkommentare (1)
Mehr Kommentare".........als die Gruppe sich als Deutsche zu erkennen gab, man hatte dann steht?s......" ???? steht´s ???? ... Liebe Red. das tut weh! Bitte Korrektur. ;-) mehr...