

Einsatz.
„Die Taktik variiert von Spiel zu Spiel“, sagt Martin Kern, der bei der SG Ölbronn-Dürrn Ulli Stengel assistiert und selbst die in der Kreisklasse B 4 Pforzheim die zweite SG-Mannschaft trainiert. Schon früher beim TSV Maulbronn hatte Kern unter Stengel gearbeitet und sich einige Dinge abgeschaut. Selbst als er den C-Ligisten TSV Mühlhausen betreute, arbeitete Kern mit der Taktiktafel. „Das bringt etwas“, sagt er, auch wenn er als Cheftrainer nur phasenweise den gewünschten Erfolg hatte.
Wer der Meinung ist, dass es den klassischen Spielmacher nicht mehr gibt, braucht mit Kern nicht zu diskutieren. Sein System sieht auch in der untersten Liga einen solchen Schlüsselspieler im Mittelfeld vor. Ebenso stellt er bei der zweiten Mannschaft der SG einen Libero auf, obwohl er weiß, dass Ölbronn-Dürrn in der A-Liga auf einer Linie verteidigt.
Wenngleich der Trend zur Viererkette geht, ist es teilweise noch immer eine Generationsfrage, ob ein modernes oder ein konservatives Abwehrspiel praktiziert wird. Die jungen Spieler werden mit der Viererkette groß, die Älteren können und wollen sich nicht immer umstellen. Beim TSV Mühlhausen (Kreisliga B 5 Enz/Murr) hat der Libero auch unter dem neuen Trainer Michael Leimbert nicht ausgedient. Leimbert sieht nicht die Notwendigkeit, mit aller Gewalt etwas zu verändern. Bisher hat er die Rolle des Abwehrchefs nicht fest vergeben. Ebenso lässt er offen, ob früher oder später doch die Umstellung auf eine Abwehrkette kommt. „Am besten, Sie fragen mich in einem Vierteljahr“, sagt Leimbert.
Sowohl Leimbert als auch Achim Lehmann halten es für ein Gerücht, dass Teams, die mit Viererkette spielen, mehr Tore kassieren, weil Abseitsstellungen des Gegners zuweilen nicht erkannt werden. „In den Ligen, in denen es keine Linienrichter gibt, wird das sicher eine Streitfrage bleiben. Fest steht allerdings, dass es zeitgemäßer ist, mit einer Kette zu spielen“, sagt Lehmann. Nachdem er im Sommer als neuer Trainer der Sportfreunde Mühlacker (Kreisklasse B 1 Pforzheim) vom alten System mit einem Libero abgerückt ist, musste die Mannschaft während der Vorbereitung Lehrgeld zahlen. Lehmann, der selbst während des Trainings mit einer Taktiktafel arbeitet, ist sich aber sicher, den richtigen Schritt vollzogen zu haben. „Die Spieler sperren sich nicht gegen die Umstellung, die meisten sind dafür.“
Lehmann betont, dass die besten Erfolgschancen hat, wer während eines Spiels schnell umschalten kann. Derselben Meinung ist Eberhard Carl von Phönix Lomersheim (Kreisliga A 3 Enz/Murr). Grundsätzlich will Carl sich eher nicht am Gegner ausrichten, sondern im System 4-4-2 spielen, also mit vier Abwehr- und vier Mittelfeldspielern sowie mit zwei Stürmern. Aus Sicht des Ex-Profis ist es wichtig ein Konzept zu haben, ohne die Dinge aber zu kompliziert anzugehen. „Bei uns hat der Trainer früher nur gesagt, ´geht raus und gewinnt`“, erinnert sich Carl, der beim Karlsruher SC gespielt hat.
Autor: RALF KOHLER



