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16.03.2009

„Nöttingen bleibt weiter DSL-Notstandsgebiet“

REMCHINGEN. „Ich bin angefressen.“ Der Nöttinger Unternehmer Helmut Mantel ließ in der jüngsten Remchinger Gemeinderatssitzung seinem Ärger freien Lauf. Er kann nicht verstehen, dass der Gemeinderat vor vier Monaten einstimmig eine Verbesserung der DSL-Versorgung beschlossen habe, aber noch immer nichts geschehen sei. Auch SPD-Gemeinderat Edgar Kunzmann hatte seinerzeit von Nöttingen als einem „Notstandsgebiet“ gesprochen, den Zugang zum schnellen Internet betreffend.

„Wir kämpfen um jeden Auftrag und jeden Arbeitsplatz. Deshalb braucht meine Firma dringend ein funktionierendes Internet“, redete der Inhaber eines Unternehmens für Anlagenbau den Kommunalpolitikern ins Gewissen. „Die Gemeinde hat noch nicht einmal den Antrag gestellt, die Situation zu verbessern,“ empörte sich der Chef von 30 Mitarbeitern. Schon seit zwei Jahren bemühe er sich um einen Nöttinger Anschluss an die Datenautobahn. „Ich zahle mehr Gewerbesteuer als die ganze Maßnahme der Gemeinde Geld kosten würde,“ sagte Mantel. Ein Telekom-Sprecher hatte im November 2008 vor dem Gemeinderat Remchingen eingeräumt: „In Nöttingen sieht es schlecht aus mit 384 bis 1000 Kilobit.“ Ab 6000 Kilobit gilt eine DSL-Versorgung als gut. Mit einer Investitionssumme von 86 500 Euro sollte, laut damaliger Sitzungsvorlage, Nöttingen den Anschluss an die große, weite Datenwelt bekommen. Mit 53 024 Euro hätte sich die Gemeinde an diesem Betrag beteiligen sollen. Die dort genannten Überlegungen scheinen inzwischen Schnee von gestern zu sein. Der Remchinger Hauptamtsleiter Rudi Dennig antwortete dem Nöttinger Unternehmer, der die Bürgerfragestunde als Forum für sein Anliegen genutzt hatte: „Wir werden das Thema nochmals in der nächsten Sitzung behandeln. Wir können nicht über 50 000 Euro ausgeben, ohne das Vorhaben auszuschreiben. Uns wurde auch gesagt, dass wir mit der geplanten Vorgehensweise Firmen nicht helfen können, sondern andere Maßnahmen brauchen.“

Auch Bürgermeister Wolfgang Oechsle warb um Verständnis: „Bei uns wird in dieser Sache ein Riesenaufwand betrieben. In den vergangenen vier Monaten ist einiges gelaufen. Es sind umfangreiche weitere Untersuchungen nötig.“