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01.05.2008

„Pflegestützpunkte sind im Enzkreis überflüssig“

ENZKREIS. Die Verantwortlichen im Enzkreis halten wenig von der Einführung von Pflegestützpunkten (siehe „zum Thema“). „Was den Enzkreis angeht, wäre ein solcher Stützpunkt überflüssig“, macht Wolfgang Steimer, der Dezernent für Soziales und Gesundheitsamt im Landratsamt, unmissverständlich deutlich. Und auch Landrat Karl Röckinger spart nicht mit Kritik: „Was als große Neuigkeit verkauft wird, haben wir schon seit über zehn Jahren.“

Elf Beratungsstellen vorhanden

Damit meint der Kreis-Chef das Netz von elf Beratungsstellen für Hilfen im Alter mit dem alle 28 Städte und Gemeinden im Enzkreis abgedeckt werden. An den Enzkreis-Kliniken Mühlacker bestehen für den Stromberg, das Biet und das Heckengäu gleich drei solcher Informations- und Beratungsstellen. Die Gemeinde Straubenhardt, die Gemeinde Keltern, die Diakoniestation Neuenbürg, die Diakoniestation Birkenfeld, der Caritasverband mit zwei Stellen sowie das Diakonische Werk Pforzheim-Land mit ebenfalls zwei Stellen sind für die übrigen Orte zuständig. Laut Steimer mangelt es im Enzkreis schon bisher an nichts: „Wir beraten umfassend und ortsnah, beispielsweise wenn jemand einen Pflegeplatz sucht, wenn häusliche Betreuung benötigt wird oder wenn Essen auf Rädern gewünscht wird. Auch in allen anderen Fragen wird gern Auskunft gegeben.“ Jährlich 400 000 Euro lasse sich der Enzkreis diesen Service kosten.

Deshalb ist der Dezernent überzeugt: „Ich gehe davon aus, dass das Land dies prüft und dort keinen Pflegestützpunkt einrichtet, wo flächendeckend schon alle Angebote vorhanden sind.“