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08.06.2011

22-Jähriger wegen fahrlässiger Körperverletzung verurteilt

PFORZHEIM/ENZKREIS. „Eiskalt weiter gefahren ist ein bislang Unbekannter, obwohl es genau neben ihm zu einem schweren Unfall gekommen ist“, hieß es in einer Polizeimeldung vom 28. Oktober 2010.

Am Mittwoch wurde der 22-Jährige dafür vor dem Amtsgericht Pforzheim wegen fahrlässiger Gefährdung des Straßenverkehrs, fahrlässiger Körperverletzung und unerlaubten Entfernens vom Unfallort verurteilt. Eine Geldstrafe von 1600 Euro muss der Pforzheimer bezahlen. Seinen Führerschein ist er erst mal für zehn Monate los. Der Unfall hatte sich damals auf der Kreisstraße bei Kieselbronn ereignet. Der 22-Jährige hatte einen 45-jährigen VW-Golf-Fahrer am Überholen gehindert, in dem er seine Geschwindigkeit erhöhte. Infolge dessen kam es zu einem schweren Unfall mit einem entgegenkommenden PKW, der den zwei nebeneinander fahrenden Fahrzeugen nicht mehr ausweichen konnte. Bei dem Crash wurden der 45-jährige überholende und der 28-jährige entgegenkommende Fahrer schwer verletzt. Beide Fahrzeuge erlitten einen Totalschaden. „Ich habe von dem Unfall nichts mitbekommen“, beteuerte der junge Mann nun am Amtsgericht Pforzheim seine Unschuld. Er hatte sich noch am Tag des Geschehens bei der Polizei gemeldet. Er sei auf der Heimfahrt von der Nachtschicht gewesen und kann sich an das Überholmanöver erinnern, aber seine Geschwindigkeit will der Angeklagte nicht erhöht haben. Dem widersprach allerdings ein Zeuge, der etwa 100 Meter hinter den beiden Fahrzeugen unterwegs war und auch schon einen ersten erfolglosen Überholversuch beobachtet hatte. Auch Simone Kellner, Rechtsreferendarin der Staatsanwaltschaft, folgte den Ausführungen des Angeklagten nicht.
Das Gutachten eines Sachverständigen, so Kellner, habe zweifelsfrei ergeben, dass der Angeklagte beschleunigt und auch den Unfall zumindest gehört haben muss. Davon ist auch Richterin Jill Predel überzeugt. Der Fahrer des überholenden Fahrzeuges war schon in einem gesonderten Verfahren zu einer Geldstrafe verurteilt worden. „Es kann nicht sein, dass mein Mandant härter bestraft wird, als der eigentliche Unfallverursacher“, so der verteidigende Rechtsanwalt, der gegen das Urteil Berufung einlegen will.