



FRIOLZHEIM. Die Friolzheimer bekommen von der derzeitigen A8-Baustelle am meisten mit. Die Planer wollen den Zeitraum für die Belastungen so kurz wie möglich halten. Derzeit sieht es nach einem Bau-Ende im Juli 2011 aus.
Die Baustelle ist riesig. An beiden Enden der 4,8 Kilometer Autobahn zwischen Wimsheim und Heimsheim wird zeitgleich gearbeitet. Und dazwischen ist auch schon einiges in Bewegung. Unterhalb des Friolzheimer Wohngebiets Geissberg ist das Grün weitgehend verschwunden. Ab November entsteht in Höhe des Netto-Supermarkts eine einspurige Behelfsbrücke, die den Geissberg an die Ortsmitte anschließt. Ab Mitte oder Ende Februar soll sie zum Einsatz kommen. Dann wird nämlich die eigentliche Verbindung, die Landesstraße 1180 in Richtung Heimsheim und Mönsheim für rund sieben Monate dicht gemacht. Wenn sie wieder geöffnet wird, führt sie bereits über eine neue Brücke über die A 8, deren nördliche Rampe bereits in die Landschaft ragt.
Besonders an diesem Punkt haben Planer und Baufirmen im Vergleich zu den ursprünglichen Annahmen eine Menge Zeit gutgemacht. Der Karlsruher Regierungspräsident Rudolf Kühner zeigte sich gestern in Friolzheim bei einer Zwischenbilanz des Projekts zuversichtlich, dass es klappt mit der Verkürzung der ursprünglich kalkulierten Bauzeit von 30 auf 23 Monate. Etwas über sechs Monate dieser Zeitersparnis kommen dadurch zustande, dass die südliche Hälfte der Landesstraßenbrücke zeitgleich mit dem Ausbau der Autobahn selbst entsteht. Das geht nur deshalb, weil das Brückenwiderlager etwas nach hinten versetzt auf einer Schubbahn gebaut wird. Das fertige Teil wird dann direkt an die ebenfalls fertige A 8 geschoben.
Kühner warb bei dem Ortstermin noch einmal für die jetzt festgeschriebenen Umleitungsregelungen. Die Gemeinde Friolzheim hatte mit Blick auf die Belastungen vor allem durch Schwerverkehr während der Bauzeit auf eine ganz andere Lösung gedrängt: Eine provisorische Verbindungsstraße Richtung Heimsheim über die sogenannte Knast-Trasse. „Die wäre uns noch immer lieber“, so Bürgermeister Michael Seiß. Dass die L 1180 aber nicht 13 Monate wie zunächst geplant, sondern nur sieben Monate lang gesperrt wird, sei eine gute Nachricht. Das sei auch bei einem Treffen mit Gewerbetreibenden deutlich geworden. In deren Interesse haben die Planer bei der Behelfsbrücke zum Geissberg doppelt gehandelt. Zum einen wird es nur noch eine 200 Meter lange Engstelle geben, durch die Verkehr mit Ampeln geschleust wird. Wartezeiten würden so möglichst gering gehalten, so Projektleiter Martin Schreckenberger. Und die Brücke sei bis 7,5 Tonnen freigegeben –auch das sei ein Wunsch von Friolzheimer Gewerbetreibenden gewesen. Der übrige Schwerverkehr wird dann über Heimsheim und den Betzenbuckel umgeleitet. In Friolzheim wird besonders dieser Teil der jetzigen Regelung kritisch gesehen.
Gebaut wird unter Hochdruck. Auch am anderen Ortsende. Die alte Kreisstraße nach Wimsheim ist dort zum Teil schon verschwunden, die künftige Betriebsumfahrt entsteht. Die sollen später einmal zum Beispiel Räumfahrzeuge nutzen können – zunächst steht sie als Behelfsauffahrt allen zur Verfügung, die in Richtung Stuttgart auf die A 8 wollen. Ebenfalls eine Entlastung für Friolzheim.
Alles in allem habe man die Belastungen auf ein Maß reduziert, mit dem die Betroffenen leben könnten, meint Kühner.
Detailinformationen auf www.rp-karlsruhe.de unter der Rubrik Abteilungen/Abteilung 4/ Referat 47.3
Autor: Alexander Heilemann



