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Tierquäler in der Region

Symbolbild: Viele Reaktionen auf Bericht über abgemagerte Pferde – Es liegen genügend Angebote für ein neues Zuhause vor
Symbolbild: Viele Reaktionen auf Bericht über abgemagerte Pferde – Es liegen genügend Angebote für ein neues Zuhause vor
04.03.2013

Abgemagerte und tote Pferde: Reaktionen auf das Leid

Engelsbrand. Hohe Wellen hat der Bericht über die erschütternden Zustände in einem Pferdestall in Engelsbrand geschlagen. Beim Veterinäramt stehen die Telefone nicht mehr still: Viele Menschen melden sich und bieten an, ein Tier aufzunehmen. Viele machen ihrer Empörung darüber Luft, wie die Pferde gehalten werden.

Wie die PZ berichtet hat, sind in dem Stall in einem Engelsbrander Ortsteil bereits zwei Tiere gestorben. Die etwa zehn restlichen Tiere sind abgemagert, haben zum Teil aufgeblähte Bäuche und stehen bis zu den Fesseln in ihrem Mist. „Das ist eine reine Katastrophe“, erzählt eine Frau, die am Wochenende mit zwei Tierärzten in dem Stall war. „Überall Urin und Kot und die Tiere stehen darin.“ Manche Tiere seien nur noch Haut und Knochen, eines habe einen Abszess am Schwanz.

Besorgniserregend sei auch der Zustand von drei kleinen Fohlen: Sie könnten nicht richtig stehen, weil sie keine Muskulatur an den Hinterbeinen hätten. „Das ist ein Leidensanblick. Wenn man nichts macht, überleben die Pferde das nicht.“ Sie kenne Menschen, die einen Teil der Pferde aufnehmen könnten - mit genügend Platz und Erfahrung.

Beim Leiter des Pforzheimer Veterinäramtes, Ulrich Dura, haben sich viele Interessenten gemeldet, wie er berichtet. „Bei uns standen die Telefone nicht mehr still. Sogar aus Schleswig-Holstein und Bayern haben sich Leute gemeldet.“ Dennoch warnt er vor überhastetem Vorgehen. Derzeit würden die Pferde vom Veterinäramt versorgt. Sobald das Wetter besser sei, könne man auch den Stall ausmisten.

Das Veterinäramt könne die Pferde nicht vorschnell vermitteln. „Sie sollen ja nicht vom Regen in die Traufe kommen.“ Deshalb müsse man zunächst die Interessenten überprüfen. Wer ein Schnäppchen wittere oder das Tier als „Handelsobjekt“ wolle, wird aussortiert. Auch Menschen, die mit der Haltung schon nach kurzer Zeit überfordert seien, hält er nicht für geeignet. Schließlich bringe es den Tieren nichts, wenn sie nach einigen Monaten erneut umziehen müssten. Ansonsten stünde einer Vermittlung aber nichts im Wege, betont er. Die Prüfung wird nach seiner Einschätzung ein bis zwei Wochen in Anspruch nehmen.

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